Die größten Maschinenbauer mit Fokus Verpackungstechnik
Der deutsche Verpackungsmaschinenbau hat sich 2025 robust entwickelt. Während die Produktion des gesamten deutschen Maschinenbaus preisbereinigt erneut zurückging, erreichte der Fachzweig Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen einen neuen nominalen Rekordwert. Wir präsentieren die Top 14 umsatzstärksten Maschinenbauer mit Fokus Verpackungstechnik.
Deutschland ist einer der führenden Hersteller von Verpackungsmaschinen weltweit. Doch wer sind die umsatzstärksten Anbieter?
OpnenAI
Die Zahl kann sich sehen lassen. Knapp 17 Mrd. Euro betrug der Umsatz der Hersteller von Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen in 2025. Das waren 4,9 % mehr als noch i Jahr davor. Verpackungsmaschinen einschließlich Getränkeabfüllmaschinen machten rund 8 Mrd. Euro aus. Das wiederum entspricht einem Plus gegenüber 2024 von 8 %. Allerdings ist der deutsche Verpackungsmaschinenbau verhalten in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben des VDMA gingen die Auftragseingänge im ersten Halbjahr real um 8 % zurück. Während einzelne Großprojekte die Inlandsnachfrage um 40 % steigen ließen, belastete insbesondere das Auslandsgeschäft die Bilanz. Dort lagen die Bestellungen 16 % unter Vorjahresniveau. Als Gründe nennt der Verband geopolitische Unsicherheiten sowie Investitionszurückhaltung im Zuge der Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR.
Was waren 2025 die Wachstumstreiber?
Ein wesentlicher Faktor waren die hohen Auftragsbestände, mit denen die Unternehmen in das Jahr 2025 gestartet waren. Hinzu kommt die vergleichsweise stabile Investitionsbereitschaft der Abnehmerindustrien. Lebensmittel, Getränke, Pharma, Kosmetik und Konsumgüter sind weniger zyklisch als beispielsweise die Automobilindustrie.
Auch das Exportgeschäft blieb breit diversifiziert. Europa war die wichtigste Absatzregion, gefolgt von Nordamerika. Die USA blieben mit Lieferungen von knapp 1,8 Mrd. Euro der größte Einzelmarkt; die Exporte dorthin gingen trotz der Zoll- und Handelsunsicherheit lediglich um rund ein Prozent zurück.
Schwächer entwickelte sich China. Die deutschen Lieferungen in die Volksrepublik sanken 2025 um 8 % auf 409 Mio. Euro. Neben der schwächeren chinesischen Konjunktur spielt dabei eine strukturelle Veränderung eine Rolle: Chinesische Maschinenbauer decken zunehmend anspruchsvollere Anwendungen selbst ab, während internationale Hersteller stärker zur lokalen Produktion gedrängt werden. Wachstumsmärkte waren unter anderem Mexiko, Brasilien, Ägypten, Algerien, Südafrika und Japan.
Ausblick für Deutschland:
Für 2026 erwartet der VDMA-Fachverband für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen nach dem hohen Niveau von 2025 ein moderates Produktionswachstum von rund 3 %. Diese Prognose ist allerdings mit erheblichen Risiken verbunden:
Der Auftragseingang des Fachzweigs lag 2025 knapp unter dem Vorjahresniveau.
Auch das erste Quartal 2026 blieb bei den Bestellungen hinter den Erwartungen zurück.
US-Zölle und mögliche Gegenmaßnahmen verteuern Maschinen und Komponenten.
Die chinesische Konkurrenz gewinnt technologisch und preislich an Boden.
Hohe Personal-, Energie- und Regulierungskosten belasten die deutschen Standorte.
Investitionsentscheidungen werden wegen geopolitischer Unsicherheit häufiger verschoben.
Das bedeutet: 2026 dürfte noch von Auftragsbeständen und strukturell stabiler Endkundennachfrage profitieren. Ab 2027 hängt die Entwicklung stärker davon ab, ob sich der Auftragseingang erholt.
Weltmarkt: rund 56 Mrd. Euro mit stabilem Wachstum
Nach Daten des italienischen Herstellverbands UCIMA und des nordamerikanischen Branchenverbands PMMI hatte der weltweite Markt für Verpackungsmaschinen 2024 einen Wert von rund 55,7 Mrd. Euro. Bis 2029 soll er auf etwa 66,6 Mrd. Euro wachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,6 %.
Die langfristigen Wachstumstreiber sind vergleichsweise stabil:
Steigende Automatisierung: Fachkräftemangel, höhere Lohnkosten und strengere Anforderungen an Prozesssicherheit erhöhen die Nachfrage nach automatisierten Linien, Robotik, Bildverarbeitung und digitaler Qualitätssicherung.
Neue Verpackungsmaterialien: Rezyklierbare Monomaterialien, papierbasierte Lösungen, dünnere Folien und höhere Rezyklatanteile verändern das Verarbeitungsverhalten. Viele Betreiber benötigen deshalb neue Maschinen, Umrüstungen oder flexiblere Zuführungs-, Siegel- und Inspektionssysteme.
Keine Zahlen: Focke & Co., Kiefel, Körber und Mosca
Allerdings konnten nicht alle in Frage kommenden Unternehmen berücksichtigt werden. So Focke & Co.. 2024 erzielte das Unternehmen laut diversen Presseberichten einen Umsatz in Höhe von 491,5 Mio. Euro. Zahlen für 2025 wurden bis dato nicht publiziert. Auch mehrmaliges Anfragen bei Focke & Co. änderte daran nichts. Focke entwickelt Verpackungsmaschinen und Linien für mehrere Marktsegmente. Ein traditioneller Schwerpunkt sind Hochleistungsanlagen für Zigaretten und andere Tabakprodukte.
Ebenfalls in das Ranking gehört Körber. Das Unternehmen ist aktuell im Kern in drei operativen Geschäftsfeldern organisiert: Pharma, Supply Chain und Technologies. Leider weist Körber die einzelnen Segment nicht separat aus. Mehrere Anfragen beim Unternehmen blieben ergebnislos. Der Bereich Pharma stellt Maschinen und Anlagen für aseptische Prozesse, Inspektion und Verpackung, pharmazeutische Verpackungsmaterialien sowie Software und digitale Lösungen für die Pharma- und Biotechproduktion her.
Nicht gerankt wurde zudem Mosca. Trotz wiederholter Anfragen konnte das Unternehmen bis zum Redaktionsschluss keine Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 bereitstellen. Der Umsatz des Jahres 2024 lag bei 300 Mio. Euro. Das Kerngeschäft bilden automatische und vollautomatische Umreifungsmaschinen für Pakete, Bündel, Wellpappenprodukte, Baustoffe und Paletten.
Auch die Traditionsfirma Kiefel konnte trotz wiederholtem Nachfragen ihre Zahlen nicht zeitgerecht zur Verfügung stellen. Online finden sich Umsatzangaben für 2024 in Höhe von 147,1 Mio. Euro. Kiefel mit Sitz in Freilassing entwickelt und baut Maschinen und Anlagen für das Thermoformen und Schweißen von Kunststoffen und Naturfasern. Die Technologien kommen vor allem in der Verpackungsindustrie, Medizin- und Pharmatechnik sowie bei der Herstellung von Kühlschrankkomponenten zum Einsatz.
Die Top 14 Maschinenbauer