Skalierung papierbasierter Luftpolsterfolie

Papair koordiniert EU-Projekt Biowrap

Das Hannoversche Start-up Papair übernimmt die Koordination des EU-Flagship-Projekts Biowrap. Ziel ist es, eine papierbasierte Luftpolsterfolie auf industriellen Maßstab zu skalieren und damit eine recyclingfähige Alternative zu Kunststoff-Luftpolsterfolie bereitzustellen.

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Drei verschiedene Papairwrap-Rollen.

Ein internationales Konsortium aus Industrie und Forschung hat am 17. Juni 2026 das EU-Flagship-Projekt Biowrap gestartet. Beteiligt sind 14 Partnerorganisationen aus sieben europäischen Ländern. Das Projekt läuft über fünf Jahre und verfügt über ein Gesamtbudget von rund 19,4 Mio. Euro. Gefördert wird es im Rahmen von Horizon Europe über das Circular Bio-based Europe Joint Undertaking (CBE JU).

Koordiniert wird Biowrap von der Papair GmbH aus Hannover. Das Unternehmen hat mit Papairwrap eine vollständig papierbasierte Luftpolsterfolie entwickelt und die zugrunde liegende Technologie patentiert. Im Rahmen des Projekts soll die Lösung nun auf Industriemaßstab übertragen werden.

First-of-a-Kind-Anlage in Niedersachsen geplant

Im Zentrum des Projekts steht der Aufbau einer ersten industriellen Produktionsanlage der technologischen Reifestufe TRL 8. Die Anlage soll in Niedersachsen entstehen und mit einer Arbeitsbreite von 1.200 mm sowie Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min arbeiten. In der Linie sollen unter anderem Nanozellulose-Verbindungen, Präzisionsprägung, biobasierte Beschichtungen und ein digitalisiertes Prozessmanagement kombiniert werden.

Die Anlage ist als Blaupause für weitere Produktionsstandorte in Europa vorgesehen. Dafür sollen technisches Design, Wirtschaftlichkeit und Umweltdaten dokumentiert und für eine spätere Replikation verfügbar gemacht werden.

Recyclingfähigkeit als Antwort auf PPWR

Mit Biowrap adressiert das Konsortium auch die Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung PPWR. Diese sieht vor, dass Verpackungen ab 2030 recyclingfähig sein müssen. Die papierbasierte Luftpolsterfolie soll über den Standard-Altpapierkreislauf entsorgt und recycelt werden können. Als Ziel nennt das Projekt eine Materialrückgewinnungsrate von mindestens 90 %. Zudem sollen die CO2-Emissionen pro qm gegenüber Kunststoff-Luftpolsterfolie um 25 bis 50 % sinken.

Innerhalb von fünf Jahren nach Projektabschluss sollen mehr als 100 Mio. m2 Kunststoff-Luftpolsterfolie ersetzt werden. Das Konsortium nennt außerdem eine jährliche Einsparung von rund 10.000 t CO2-Äquivalenten, eine Verbraucherakzeptanz von 70 % in europaweiten Tests sowie die Schaffung von mehr als 200 qualifizierten Arbeitsplätzen entlang der Lieferkette als Projektziele.

Biowrap läuft von Juni 2026 bis Mai 2031. Neben Papair sind Papierhersteller, Maschinenbauunternehmen, Beschichtungsunternehmen, Hersteller pflanzenbasierter Papieralternativen, Forschungseinrichtungen und Universitäten aus Deutschland, Portugal, Österreich, den Niederlanden, Spanien, Dänemark und Polen beteiligt.