Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor – Update August 2026

Papier, Kunststoff, Glas, Holz und Metall: Wie ist die Stimmung in der Verpackungsindustrie?

Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt, wie es den Herstellern von Papier-, Kunststoff-, Glas-, Holz- und Metallverpackungen geht – und damit der gesamten Wirtschaft. Wir liefern die aktuellen Zahlen und ordnen diese ein.

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Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.
Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor ist ein Spiegel der Gesamtwirtschaft.

Die Verpackungsindustrie ist ein zuverlässiger Frühindikator für die Gesamtwirtschaft. Was in den Lagerhallen, Auftragsordnern und Planungsrunden der Verpackungshersteller passiert, spiegelt wider, wie es Konsumgüterbranche, Lebensmittelindustrie, Pharma, Logistik und Industrie insgesamt geht – denn ohne Verpackung läuft kaum ein Produkt.

Genau deshalb erhebt das Ifo Institut monatlich den Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor im Rahmen seiner etablierten Konjunkturumfragen. Befragt werden Unternehmen aus fünf zentralen Materialsegmenten: Papier und Kartonagen, Kunststoff, Glas, Holz und Metall. Der Index setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Zusammen ergeben sie ein verlässliches Stimmungsbild der Branche.

Kommentiert werden die Ergebnisse von Dr. Klaus Wohlrabe, Stellvertretender Leiter des Ifo Zentrums für Makroökonomik und Befragungen – eines der renommiertesten Konjunkturforschungsinstitute Deutschlands.

neue verpackung veröffentlicht diese Auswertungen regelmäßig und ergänzt sie um interaktive Grafiken, die die Entwicklung der einzelnen Segmente im Zeitverlauf sichtbar machen. So entsteht eine einzigartige Datenbasis für alle, die die Verpackungsindustrie professionell beobachten – ob als Entscheider im Unternehmen, als Marktbeobachter oder als Einkäufer.

Geschäftsklimaindex im August 2026 gestiegen

Der Geschäftsklimaindex für den Verpackungssektor, der vom Ifo Institut im Rahmen der Konjunkturumfragen erhoben wird, ist im August gestiegen. Die Unternehmen zeigten sich etwas zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auch ihre Erwartungen korrigierten sie nach oben. Alle drei Indikatoren liegen jedoch weiterhin deutlich unter ihren langfristigen Mittelwerten. Die Verbesserung des Geschäftsklimas folgt damit der Entwicklung in der Industrie insgesamt, wo insbesondere die aktuelle Lage im August merklich zulegen konnte. Die Unsicherheit ist trotz ungelöster geopolitischer Konflikte weiter zurückgegangen. Auch in den einzelnen Bereichen der Verpackungsindustrie zeigen sich vermehrt Anzeichen einer Stabilisierung. Von einer durchgreifenden Erholung kann jedoch noch keine Rede sein. Die Nachfrage bleibt vielerorts schwach, und die Unternehmen sind häufig noch unzufrieden mit ihren Auftragsbeständen. Etwas mehr Hoffnung kommt gegenwärtig aus dem Ausland. In mehreren Bereichen haben sich die Exportaussichten merklich aufgehellt, während die Nachfrage aus dem Inland teilweise noch schwächelt.

Bei der Produktion ergibt sich weiterhin ein gemischtes Bild. Vielerorts wurde der Output zuletzt noch zurückgefahren, die Produktionspläne fallen jedoch teilweise bereits weniger defensiv oder sogar expansiv aus. Auch am Arbeitsmarkt ist die Trendwende noch nicht erreicht. Zwar hat sich die Situation in einigen Bereichen etwas entspannt, insgesamt sind die Personalplanungen aber weiterhin eher zurückhaltend. Ein Problem bleibt zudem der Materialmangel bei den Vorprodukten. Dieser hat zwar glücklicherweise bislang nicht das Ausmaß der Lieferengpasskrise 2021/22 erreicht, bereitet aber einem Teil der Unternehmen wieder Schwierigkeiten. Gleichzeitig nimmt der Preisdruck in weiten Teilen der Branche zu. In mehreren Bereichen planen die Unternehmen für die kommenden Monate wieder verstärkt mit höheren Verkaufspreisen.

Insgesamt hat sich die Stimmung in der Verpackungsindustrie damit aufgehellt. Die bessere Stimmung trifft jedoch noch auf eine schwache Auftragslage und eine vielfach gedrosselte Produktion. Die Erholung steht somit weiterhin auf einem fragilen Fundament.


Papier: Schwierige Nachfragesituation

Im Bereich Papier und Kartonagen ist der Geschäftsklimaindikator nahezu unverändert geblieben. Während die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage etwas schlechter beurteilten, wurden die Erwartungen nach oben korrigiert. Sie bleiben jedoch weiterhin von Pessimismus geprägt. Die Auftragslage bleibt schwierig. Erneut wurden weniger Neuaufträge verzeichnet – sowohl im Inland als auch im Ausland. Die Exporterwartungen liegen deutlich im negativen Bereich. Entsprechend groß ist die Unzufriedenheit der Unternehmen mit dem Niveau ihrer Auftragsbestände. Obwohl die Produktion vielerorts zurückgefahren wurde, stiegen die Lagerbestände an Fertigwaren an. Die Produktionspläne bleiben auf weitere Kürzungen ausgerichtet, wenn auch weniger deutlich als zuletzt. Bei der Beschäftigung hat sich die Situation zwar etwas entspannt, von einem Aufbau von Arbeitsplätzen ist die Branche jedoch weiterhin ein gutes Stück entfernt. Bei den Verkaufspreisen gab es zuletzt wenig Bewegung. Dies dürfte sich in den kommenden Monaten ändern, da die Unternehmen vermehrt Preiserhöhungen angekündigt haben.

Kunststoff: Verkaufspreise sollen sinken

Im Kunststoffbereich hat sich das Geschäftsklima merklich verbessert. Die Unternehmen zeigten sich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Gleichzeitig waren die Erwartungen deutlich weniger von Skepsis geprägt als zuletzt. Die Nachfrage zog etwas an, wobei die positiven Impulse vor allem aus dem Inland kamen. Mit Blick auf das Auslandsgeschäft bleiben die Unternehmen hingegen vorsichtig; hier werden weiterhin leichte Rückgänge erwartet. Bei weitgehend konstanter Produktion konnten die Lagerbestände deutlich reduziert werden. Die Produktionspläne für die kommenden Monate bleiben verhalten und deuten auf einen weitgehend konstanten Output hin. Auch bei der Beschäftigung sind derzeit keine größeren Veränderungen vorgesehen. Zuletzt kam es verstärkt zu Preiserhöhungen. Dieser Trend dürfte sich jedoch nicht fortsetzen. Für die kommenden drei Monate rechnen die Unternehmen eher wieder mit sinkenden Verkaufspreisen.

Glas: Rückschlag bei der Nachfrage

Im Glasbereich hat sich das Geschäftsklima im August erneut verbessert. Beide Komponenten konnten zulegen. Bei der aktuellen Geschäftslage halten sich positive und negative Einschätzungen inzwischen in etwa die Waage. Die Erwartungen bleiben hingegen von einer gewissen Skepsis geprägt. Nach der zuletzt positiven Nachfrageentwicklung gab es nun einen Rückschlag. Es wurden etwas weniger Neuaufträge verzeichnet, wobei dies vor allem das Inlandsgeschäft betrifft. Die Exporterwartungen hellten sich dagegen deutlich auf. Insgesamt bleibt die Unzufriedenheit mit dem Auftragsbestand jedoch hoch. Die Produktion war wie bereits in den Vormonaten rückläufig. Daran dürfte sich zunächst wenig ändern, allerdings sollen die Kürzungen weniger stark ausfallen als zuletzt. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Beschäftigung: Zuletzt deuteten die Planungen noch deutlich auf einen Abbau von Arbeitsplätzen hin. Dieser dürfte sich fortsetzen, jedoch mit geringerer Intensität. Bei den Verkaufspreisen gab es zuletzt wenig Bewegung. Das könnte sich nun ändern, denn die Unternehmen planen wieder vermehrt mit Preiserhöhungen.

Holz: Schwierige Nachfragesituation

Die holzbasierte Verpackungsindustrie konnte sich etwas aus ihrem tiefen Tal herausarbeiten. Das Geschäftsklima verbesserte sich, da die Unternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage besser beurteilten als auch ihre Erwartungen etwas nach oben korrigierten. Diese sind zwar nicht mehr ganz so pessimistisch wie zuletzt, der Weg zu echtem Optimismus ist jedoch noch weit. Die Nachfragesituation bleibt schwierig, insbesondere im Inland. Einen kleinen Lichtblick gibt es dagegen im Auslandsgeschäft: Die Exporterwartungen haben sich etwas aufgehellt. Die Produktion wurde erneut zurückgefahren. Auch die Produktionspläne bleiben verhalten, während die vorhandenen Kapazitäten weiterhin deutlich unterausgelastet sind. Bei der Beschäftigung zeichnet sich hingegen eine Stabilisierung ab. Pläne zum Personalaufbau und -abbau halten sich derzeit in etwa die Waage. Bei den Verkaufspreisen zeigt sich seit geraumer Zeit nur eine Richtung: nach oben. Derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendwende. Die Unternehmen haben für die kommenden Monate weitere Preiserhöhungen angekündigt.

Metall: Deutliche Preiserhöhungen

Auch im Metallsektor konnte der Geschäftsklimaindex im August zulegen. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen wurden von den Unternehmen deutlich besser beurteilt. Bei der Nachfrage gab es hingegen wenig Bewegung. Die Neuaufträge bewegten sich auf einem weitgehend konstanten Niveau. Deutlich positiver entwickelten sich die Aussichten für das Auslandsgeschäft: Die Unternehmen rechnen mit steigenden Exportumsätzen. Die Produktion wurde zuletzt tendenziell zurückgefahren. Gleichzeitig werden die Lagerbestände an Fertigwaren weiterhin als zu hoch eingeschätzt. Umso bemerkenswerter fallen die Produktionspläne für die kommenden Monate aus: Sie sind auf eine Ausweitung des Outputs ausgerichtet. Bei der Beschäftigung zeichnet sich dagegen noch keine Trendwende ab. Die Unternehmen planen weiterhin eher mit einem Abbau von Arbeitsplätzen. Bei den Verkaufspreisen zeigte sich zuletzt wieder eine deutliche Aufwärtstendenz. Diese dürfte sich nach Einschätzung der Unternehmen auch in den kommenden Monaten fortsetzen.