Faserguss im Produktionsprozess
Wenn die Verpackung zum Montageträger wird
Montieren, prüfen, umsetzen, verpacken: Viele Bauteile wechseln im Produktionsprozess mehrfach den Träger. Buhl-Paperform zeigt, wie sich Faserguss-Verpackungen als Montageträger nutzen lassen.
Verpackung und Montageträger zugleich.
Buhl-Paperform
In vielen Produktionsabläufen werden Bauteile mehrfach umgesetzt: Nach der Montage kommen sie zunächst auf einen Werkstückträger, werden für Prüfungen erneut entnommen und anschließend ein weiteres Mal aufgenommen, um sie zu verpacken. Nicht jeder dieser Schritte ist jedoch zwingend erforderlich.
Denn Werkstückträger und Versandverpackungen erfüllen eine vergleichbare Grundfunktion: Sie halten Produkte in einer definierten Position und schützen sie vor Beschädigungen. Wird die spätere Verpackung bereits bei der Planung des Produktionsprozesses berücksichtigt, kann sie deshalb zusätzliche Aufgaben übernehmen.
Der Fasergusshersteller Buhl-Paperform hat dieses Prinzip nach eigenen Angaben bereits in mehreren Kundenprojekten umgesetzt. Dabei wird das Faserguss-Formteil nicht ausschließlich für den späteren Versand konzipiert, sondern von Beginn an als Bestandteil des Montage- und Materialflusses ausgelegt. Das Produkt wird während oder unmittelbar nach der Montage in das Formteil eingelegt und verbleibt dort möglichst bis zum Versand.
„Wir schauen uns zunächst an, welchen Weg ein Produkt zwischen Montage und Versand zurücklegt und wie oft es dabei umgesetzt wird“, erklärt Christoph Buhl, Geschäftsführer von Buhl-Paperform. „Bei einigen unserer Kunden konnten wir die Verpackung bereits erfolgreich als Montageträger in den Prozess integrieren. Entscheidend ist, dass diese Funktion früh in der Entwicklung berücksichtigt wird.“
Anforderungen der Automatisierung berücksichtigen
Besonders bei automatisierten Produktionsprozessen kommt es auf eine reproduzierbare Positionierung der Produkte an. Greifer, Kamerasysteme und Prüfstationen müssen Bauteile zuverlässig erkennen beziehungsweise erreichen können. Entsprechend ausgelegte Faserguss-Formteile können das Produkt eindeutig positionieren und zugleich die für Montage- oder Prüfschritte benötigten Bereiche zugänglich halten.
Als genereller Ersatz für klassische Werkstückträger eignet sich Faserguss allerdings nicht. Hohe Umlaufzahlen, sehr enge Toleranzen, Waschprozesse, Feuchtigkeit, hohe Temperaturen oder starke mechanische Belastungen können weiterhin für Träger aus Kunststoff oder Metall sprechen.
Potenzial sieht der Hersteller insbesondere bei Produkten, die nach wenigen Montage- und Prüfschritten unmittelbar verpackt und versendet werden. Auch Anwendungen, bei denen für den Versand ohnehin eine konturgenaue Aufnahme benötigt wird, kommen für eine solche Integration infrage.
Gesamtprozess entscheidet über Wirtschaftlichkeit
Ob sich eine Verpackung als Montageträger wirtschaftlich lohnt, hängt nicht allein vom Stückpreis des Formteils ab. In die Bewertung müssen auch die Zahl der Übergaben, benötigte Umlaufbestände, Lagerflächen sowie Rücktransport und gegebenenfalls Reinigung konventioneller Mehrwegträger einfließen.
Wird die Verpackung bereits bei der Planung von Montage, Automatisierung und Materialfluss berücksichtigt, kann sie damit Aufgaben übernehmen, für die bislang zusätzliche Betriebsmittel erforderlich waren.