Vorläufiges Insolvenzverfahren

Seidel Verpackungen erneut insolvent

Der Verpackungshersteller Seidel Verpackungen aus Taucha bei Leipzig ist zahlungsunfähig. Anfang August wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Der Geschäftsbetrieb ruht derzeit. Für das Unternehmen ist es die zweite Insolvenz innerhalb von zwölf Jahren.

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Bei Seidel Verpackung ruht derzeit die Produktion.

Die Seidel Verpackungen GmbH aus Taucha bei Leipzig befindet sich erneut in einem Insolvenzverfahren. Nach den vorliegenden Informationen stellte das Unternehmen am 31. Juli 2026 wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag. Am 3. August wurden insolvenzrechtliche Sicherungsmaßnahmen angeordnet. Eine Insolvenzbekanntmachung vom selben Tag ist auch über den Unternehmensinformationsdienst Firminform dokumentiert.

Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Dr. Susanne Berner aus Leipzig bestellt. Nach Angaben, die unter anderem dem Portal „Euwied“ zugeschrieben werden, ruht der Geschäftsbetrieb derzeit. Geprüft werde demnach, ob eine Fortführungslösung möglich ist. Hinweise auf einen bereits gestarteten strukturierten Investorenprozess oder konkrete Kaufinteressenten liegen bislang nicht vor.

Seidel Verpackungen fertigt nach eigenen Angaben insbesondere Schachteln, Schuber und Sonderverpackungen und bietet individuelle Lösungen sowie Veredelungen an. Das Unternehmen verweist auf mehr als 30 Jahre Erfahrung. Zu den Produkten zählen unter anderem hochwertige Verkaufs- und Präsentationsverpackungen sowie Sonderproduktionen.

Die Gesellschaft hat ihren Standort in der Weststraße 9 in Taucha und ist unter HRB 5085 beim Amtsgericht Leipzig eingetragen. Als Geschäftsführer werden Frank Eilenberger und André Leutbecher geführt.

Weitere Unternehmen am Standort betroffen

Auffällig ist, dass zeitgleich weitere Unternehmen mit personellen und räumlichen Verbindungen zu Seidel von Insolvenzverfahren betroffen sind. Auch für die ebenfalls in der Weststraße 9 ansässige Lange Druckverarbeitung GmbH wurde Anfang August eine insolvenzrechtliche Sicherungsmaßnahme bekannt. Geschäftsführer sind auch dort Frank Eilenberger und André Leutbecher.

Auch die am gleichen Standort ansässige Esser GmbH befindet sich nach den vorliegenden Informationen in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Leipzig ordnete demnach am 3. August die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte ebenfalls Dr. Susanne Berner. Zwischen den Unternehmen bestehen damit zumindest personelle, räumliche und operative Überschneidungen. Ob sie wirtschaftlich als einheitliche Unternehmensgruppe zu betrachten sind, ist öffentlich bislang jedoch nicht hinreichend belegt.

Seidel wurde schon 2014 saniert

Für Seidel Verpackungen ist die aktuelle Krise nicht die erste Insolvenz. Bereits im Mai 2014 hatte das Unternehmen wegen akuter Liquiditätsprobleme einen Insolvenzantrag gestellt. Damals beschäftigte der Verpackungshersteller rund 20 Mitarbeiter und produzierte unter anderem hochwertige Verpackungen, Schuber und Kartonagen für Kunden aus der Buch- und Musikbranche.

Die damalige Insolvenz endete jedoch mit einer erfolgreichen Sanierung. Insolvenzverwalter Axel Roth setzte einen Insolvenzplan um, dem die Gläubiger zustimmten. Das Insolvenzverfahren wurde 2015 nach Bestätigung des Plans aufgehoben; anschließend beschlossen die Gesellschafter die Fortsetzung der Gesellschaft. Handelsregisterdaten bestätigen sowohl die Aufhebung des Verfahrens als auch die Fortführung des Unternehmens.

Damit befindet sich Seidel Verpackungen gut zwölf Jahre nach der ersten Insolvenz erneut in einer existenziellen Krise. Zu Insolvenzursachen über die Zahlungsunfähigkeit hinaus, zur Zahl der aktuell betroffenen Beschäftigten und zu möglichen Interessenten sind bislang keine belastbaren öffentlichen Angaben bekannt.