Humanoide Roboter in der Logistik

Eine (an)packende Zukunftsvision

Humanoide Robotik befindet sich aktuell irgendwo zwischen Zukunftsvision und Praxis. Wie könnte sich nun also beispielsweise die Welt der Intralogistik mit der neuen Technologie verändern – und müsste sich die Verpackung dann nicht gleich mit verändern? Ein Trendbericht mit Einschätzungen aus Intralogistik, Forschung und Komponentenfertigung.

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Welche Rolle werden humanoide Roboter in Zukunft in der Intralogistik spielen? Und wie weit ist diese Zukunft entfernt? Darüber sprachen wir mit Experten.
Welche Rolle werden humanoide Roboter in Zukunft in der Intralogistik spielen? Und wie weit ist diese Zukunft entfernt? Darüber sprachen wir mit Experten.

Kaum ein Technologiethema hat die Logistik- und Verpackungsbranche zuletzt so elektrisiert wie humanoide Roboter. Auf Messen wie der Logimat oder der Interpack sorgten Demonstratoren für Aufsehen und Unternehmen wie Tesla, Figure AI, Unitree oder Boston Dynamics investieren Milliarden.

Doch wie weit ist die Technologie tatsächlich – und was bedeutet ihr möglicher Einsatz für die Gestaltung von Verpackungen? Für diesen Trendbericht haben wir mit drei Experten gesprochen, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: Sebastian Sickmann, der bei der Beumer Group als Teamlead BG.Evolution arbeitet, Alexander Mühlens, Leiter Geschäftsbereich Low-Cost-Automation beim Komponentenhersteller und Automatisierer Igus, sowie Tim Köhler, der die Qualitätssicherung beim BFSV Verpackungsinstitut Hamburg leitet und damit die Forschungsperspektive einbringt.

Zwischen Hype und Realität: Wie ernst ist der Trend zu nehmen?

Sebastian Sickmann, Teamlead BG.Evolution bei der Beumer Group
Sebastian Sickmann, Teamlead BG.Evolution bei der Beumer Group

Einig sind sich alle drei Gesprächspartner in einem Punkt: Humanoide Robotik zählt zu den spannendsten Zukunftsthemen der Intralogistik – muss aber nüchtern eingeordnet werden. Sebastian Sickmann sieht den Trend vor allem durch zwei Entwicklungen getrieben, die zeitgleich Fahrt aufnehmen: „Aus unserer Sicht ist humanoide Robotik eines der spannendsten Zukunftsthemen für die Intralogistik. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Zum einen wird der Arbeitskräftemangel in vielen Logistikbereichen zunehmend zu einer strukturellen Herausforderung. Zum anderen entwickeln sich Künstliche Intelligenz und Robotik derzeit mit hoher Geschwindigkeit von Forschungsprojekten hin zu industriell nutzbaren Technologien."

Gleichzeitig warnt Sickmann davor, die etablierte Automatisierungstechnik vorschnell abzuschreiben: Fördertechnik, Sorter, Shuttle-Systeme und spezialisierte Roboterzellen seien in ihren jeweiligen Anwendungsfeldern nach wie vor „deutlich leistungsfähiger und wirtschaftlicher". Humanoide Robotik verstehe man bei Beumer daher „eher als potenzielle Ergänzung – insbesondere für Aufgaben, die heute noch schwer oder nur mit hohem Aufwand automatisierbar sind".

Tim Köhler, Leiter Qualitätssicherung beim BFSV
Tim Köhler, Leiter Qualitätssicherung beim BFSV

Tim Köhler vom BFSV formuliert die Distanz zwischen Messehalle und Werkshalle noch deutlicher: Für ihn liegt der entscheidende Unterschied zwischen medienwirksamen Demonstratoren und wirtschaftlich sinnvollen Anwendungen in der Praxistauglichkeit unter realen Bedingungen: „Viele der gezeigten Demonstratoren arbeiten unter optimierten Bedingungen mit klar definierten Produkten und Abläufen. Das zeigt zwar, was technisch möglich ist, sagt aber noch wenig darüber aus, wie zuverlässig solche Systeme im Dauerbetrieb funktionieren. In vielen Anwendungen ist klassische Automatisierung heute noch robuster und häufig auch wirtschaftlicher."

Auch für Köhler sind Humanoide „als sinnvolle Ergänzung zur Automatisierung zu verstehen, nicht als Selbstzweck" – entscheidend sei die Gesamtwirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg, also neben der Investition auch Taktzeiten, Wartungsaufwand und Energieverbrauch.

Alexander Mühlens von Igus beschreibt eine paradoxe Gemengelage: Einerseits bereiten Hersteller bereits Serienproduktionen mit fünfstelligen Stückzahlen vor, andererseits sucht die Industrie noch nach den passenden Anwendungen. Trotzdem ist für ihn die Richtung klar: „Man spürt, dass ein Wendepunkt bevorsteht. Ich habe selten erlebt, dass Menschen außerhalb der Branche so intensiv über unsere Arbeit sprechen. Humanoide Robotik ist aktuell das, was ChatGPT für die KI war: ein Aufmerksamkeitstreiber, der das Thema plötzlich in die breite Öffentlichkeit trägt."

Wo Humanoide heute schon punkten können

Alexander Mühlens, Leiter Low-Cost-Automation bei Igus
Alexander Mühlens, Leiter Low-Cost-Automation bei Igus

Aber auch wenn die befragten Experten dem aktuellen Hype eine Absage erteilen, nannten sie gleichzeitig konkrete Aufgabenfelder, in denen humanoide oder mobile Robotik bereits heute sinnvoll erscheint. Bei Igus lautet das interne Motto dazu „If you hate it, automate it" – über eine „No-Boring-Jobs"-Initiative können Mitarbeitende Automatisierungsideen einreichen, aus denen sich laut Mühlens mittlerweile tausende Vorschläge angesammelt haben: „Zu den typischen Aufgaben zählen das Einlegen von Teilen in Spritzgussmaschinen, das Entnehmen von Angüssen oder Materialtransportaufgaben. […] Darüber hinaus sehen wir Potenzial in der Kommissionierung kleiner Teile, bei Verpackungsaufgaben, beim Bereitstellen von Verbrauchsmaterialien oder beim Transport von Leergut."

Für die Verpackungslogistik im engeren Sinne wird Mühlens konkreter: Kurzfristig sieht er vor allem Potenzial bei Materialnachschub, Kartonzuschnitten, Klebebandversorgung, Etikettierung, Leergutmanagement oder Entsorgungsaufgaben – Tätigkeiten, die nach seiner Einschätzung „oft 20 bis 30 Prozent produktiver Arbeitszeit" einnehmen und damit ein großes Automatisierungspotenzial bieten. Formatwechsel und komplexe Umrüstvorgänge blieben dagegen vorerst zu anspruchsvoll, da Sensorik, Software und Wahrnehmungsfähigkeiten noch nicht ausreichten, um solche Tätigkeiten vollständig autonom durchzuführen.

Sickmann verortet den Nutzen humanoider Systeme ebenfalls dort, wo klassische Automatisierung an ihre Grenzen stößt – nämlich bei wechselnden Aufgaben und variierenden Objekten: „Für uns liegt das Potenzial deshalb insbesondere in logistischen Randprozessen und manuellen Tätigkeiten rund um bestehende Materialflusssysteme – beispielsweise bei Handling-, Be- und Entlade- oder Sortieraufgaben, die heute noch stark vom Menschen abhängen. Ob und in welchem Umfang dies wirtschaftlich sinnvoll ist, muss allerdings erst in realen Anwendungen nachgewiesen werden."

Köhler ergänzt aus Forschungssicht eine weitere Perspektive: den Personalmangel in wenig attraktiven Schichten. Aus heutiger Sicht eigneten sich humanoide Roboter „vor allem für wiederkehrende logistische Tätigkeiten wie Kommissionierung, Umpacken, Sortieraufgaben, Scanprozesse oder die Bereitstellung von Materialien", auch Teilaufgaben der Qualitätskontrolle seien denkbar. Besonders interessant seien Einsätze dort, „in denen Personal schwer zu finden ist, etwa in Nachtschichten" – dort könnten Humanoide das vorhandene Personal sinnvoll ergänzen.

Warum klassische Automatisierung vorerst die Nase vorn behält

Bei allem Potential bremsen alle die Interviewpartner überzogene Erwartungen, so nennt Mühlens bei Igus klare Entscheidungskriterien, nach denen zwischen humanoider und klassischer Robotik abgewogen wird – allen voran die Wirtschaftlichkeit, gefolgt von der Frage, ob eine Aufgabe ortsfest oder ortsunabhängig ist: „Ist sie ortsfest, gibt es aktuell praktisch keinen Grund, einen humanoiden Roboter einzusetzen. Konventionelle Robotersysteme arbeiten schneller, präziser, günstiger und zuverlässiger. […] Als Faustregel gilt: Je fixer und schneller der Prozess, desto klassischer die Robotik. Je variabler und menschenähnlicher die Umgebung, desto sinnvoller werden Humanoide."

Die goldene Regel für die Taktzeit definiert Mühlens wie folgt: Prozesse unter einer Sekunde gehören in den Bereich von Delta-Robotern, zwischen zwei und sechs Sekunden in die klassische Robotik. Humanoide kommen aktuell vor allem für Tätigkeiten infrage, die zehn bis 60 Sekunden dauern – „das klingt zunächst langsam, entspricht aber durchaus menschlichen Arbeitsgeschwindigkeiten".

In der Praxis landen viele Projekte deshalb nicht beim Humanoiden, sondern bei mobilen Robotern mit Roboterarm, mitunter mobilen Cobots. Ein Beispiel aus einem Kundenprojekt macht deutlich, wie schnell sich die Wahl der Technologie relativiert: „Wir sind ursprünglich mit unserem humanoiden Ansatz gestartet. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass einige Behälter bis zu 50 kg wiegen. Damit war die Humanoidenlösung praktisch ausgeschlossen. Stattdessen haben wir ein mobiles Robotersystem mit Roboterarm eingesetzt. […] Genau solche Anwendungen finden sich nahezu überall: bei Automobilzulieferern, in Recyclingbetrieben, in Spritzgussunternehmen oder bei Lebensmittelherstellern."

Mobile Robotersysteme bezeichnet Mühlens deshalb als „sinnvolle Brückentechnologie, bis Humanoide technisch und wirtschaftlich weiter entwickelt sind". Auch Sickmann bestätigt diese vorsichtige Haltung mit Blick auf die eigene Anlagenplanung: Bei einem Greenfield-Logistikzentrum setze man weiterhin auf bewährte, wirtschaftlich optimierte Automatisierungslösungen; humanoide Robotik betrachte man aktuell als langfristige Zukunftstechnologie, um die man ein Projekt heute (noch) nicht herum plane. Sinnvoll sei es aber, „Prozesse und Schnittstellen so zu gestalten, dass zukünftige Generationen intelligenter Robotik integriert werden können".

Greifsicherheit, Taktzeit, Wartung: Die technischen Baustellen

Übereinstimmend benennen die Experten dieselben technischen Hürden, die Köhler wie folgt zusammenfasst: „Die Greifsicherheit ist vor allem bei unterschiedlichen Verpackungen sowie glatten oder empfindlichen Oberflächen anspruchsvoll, da diese zuverlässig gehandhabt werden müssen, ohne beschädigt oder verformt zu werden. Auch bei der Taktzeit liegen humanoide Roboter heute meist noch hinter spezialisierter Automatisierung. Durch die vielen Freiheitsgrade ist zudem der Energieverbrauch höher. Hinzu kommt der Wartungsaufwand: Neben Softwareupdates erfordern insbesondere Gelenke, Sensorik und Kameras regelmäßige Wartung."

Für die Wirtschaftlichkeit seien deshalb ein gutes Servicekonzept, die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen und kurze Reaktions- sowie Stillstandzeiten entscheidend, so Köhler weiter. Bei Igus wird an dieser Stelle vor allem an einem Hebel gearbeitet: dem Preis. Das Unternehmen entwickelt derzeit ein humanoides System für unter 5.000 Euro, etwa einen Meter groß und rund 18 Kilogramm schwer: „Aus unserer Sicht verändert ein niedriger Preis die Diskussion grundlegend. Denn irgendwann findet man für ein ausreichend günstiges System fast immer eine Anwendung. Wir erhalten mittlerweile bereits Anfragen von Privatpersonen, die sich für preiswerte Humanoide interessieren."

Auch Sickmann verweist auf die technischen Voraussetzungen, die es für einen effizienten Einsatz humanoider Systeme braucht: „Je höher die Varianz und je chaotischer die Umgebung, desto anspruchsvoller wird der Einsatz humanoider Robotik." Themen wie standardisierte Übergabepunkte, klar definierte Arbeitsbereiche, eine gute Erkennbarkeit von Objekten und digitale Prozessinformationen würden deshalb an Bedeutung gewinnen. Entscheidend bleibe letztlich die Integration in das Gesamtsystem: „Erst durch das Zusammenspiel von Fördertechnik, Software, Sensorik und Robotik entsteht ein produktiver Prozess."

Was das für die Verpackungsentwicklung bedeutet

Die für diesen Bericht zentrale Frage lautet: Müssen Verpackungsentwickler künftig stärker über Greifbarkeit, Erkennung und Robotik-Kompatibilität nachdenken? Sickmann bejaht das grundsätzlich, erwartet aber keinen radikalen Bruch: „Davon gehen wir aus. Schon heute wird Verpackung nicht nur unter den Gesichtspunkten Produktschutz, Nachhaltigkeit oder Transportfähigkeit entwickelt. Mit zunehmender Automatisierung wächst zusätzlich die Bedeutung der maschinellen Handhabbarkeit. […] Gleichzeitig erwarten wir keinen grundlegenden Paradigmenwechsel ausschließlich aufgrund humanoider Robotik. Vielmehr wird sich der Trend fortsetzen, Verpackungen stärker als Bestandteil eines gesamten automatisierten Materialflusses zu betrachten."

Als besonders herausfordernd nennt Sickmann deformierbare Beutel, beschädigte Kartonagen, stark reflektierende Oberflächen oder Verpackungen mit schlecht lesbaren Kennzeichnungen – „je variabler, instabiler oder schwerer ein Objekt zu erkennen ist, desto anspruchsvoller wird die sichere und zuverlässige Handhabung".

Köhler benennt die Eigenschaften, die Maschinen und Robotern die Handhabung konkret erleichtern: „Für eine zuverlässige Handhabung sind vor allem reproduzierbare Eigenschaften entscheidend. Dazu gehören gut zugängliche Griffbereiche, ein möglichst definierter Schwerpunkt, rutschfeste beziehungsweise vorhersehbare Oberflächeneigenschaften, eine eindeutige Orientierung der Verpackung sowie dauerhaft lesbare Kennzeichnungen. Viele Anforderungen überschneiden sich dabei mit einer menschengerechten Verpackung."

Besonders anschaulich wird es bei der Frage nach ungeordneten Produkten und beschädigten Verpackungen – für Köhler „der eigentliche Härtetest" für automatisierte Systeme: Verdeckte Barcodes, deformierte Kartons, eingerissene Folien, verschmutzte Etiketten, Reflexionen oder unbekannte Objektlagen stellten hohe Anforderungen an Sensorik und Software. Notwendig seien leistungsfähige Bildverarbeitung mit 3D-Sensorik, adaptive Greifer und ein zuverlässiges Fehlermanagement – im Zweifel müsse ein System auch erkennen, „dass ein Gebinde besser aussortiert als weiterverarbeitet werden sollte".

Auf die Abschlussfrage, welche drei Anforderungen Verpackungsentwickler heute bereits berücksichtigen sollten, um auf eine stärker automatisierte Zukunft vorbereitet zu sein, nennt Köhler drei konkrete Punkte:

  • Reproduzierbarkeit – gleichbleibende Eigenschaften für zuverlässige Prozesse

  • universelles Design – geeignet für Mensch, Maschine und Kreislaufwirtschaft

  • sowie Erkennbarkeit und Lesbarkeit – klare Orientierung und dauerhaft lesbare Kennzeichnung.

Skeptischer äußert sich Mühlens. Aus seiner Erfahrung ändert sich das Produktdesign in der Praxis selten zugunsten der Automatisierung – trotz jahrzehntelanger Forderungen der Automatisierungsbranche: „Wenn ich mir eine ideale Verpackung wünschen dürfte, würde sie sich an bestehenden Normen orientieren, gut erkennbar, formstabil und möglichst standardisiert sein. […] Allerdings erleben wir schon bei einfachen Verpackungsvorschriften große Widerstände. Deshalb glaube ich nicht, dass sich Produktdesigner flächendeckend an den Bedürfnissen von Robotern orientieren werden. Umso wichtiger werden Humanoide, weil sie genau für die bestehende, menschorientierte Welt entwickelt werden."

Und dann bringt Mühlens einen weiteren Aspekt ein, in der Debatte oft übersehen wird: den möglichen Zielkonflikt zwischen Nachhaltigkeit und Automatisierbarkeit. Ökologische Verpackungsmaterialien wie Graspapier verhielten sich beim Handling oft unvorhersehbarer als klassische Materialien – „und wenn dann am Ende ein energiesparender Karton durch aufwendigere Greifertechnik oder höheren Energieverbrauch der Automatisierung kompensiert wird, muss man die Gesamtbilanz sehr genau betrachten, ob hier tatsächlich CO2 eingespart wurde".

Auch Köhler sieht dieses Spannungsfeld: Zusätzliche Anforderungen wie Grifflaschen, höhere Steifigkeiten oder größere Toleranzen könnten zu mehr Materialeinsatz führen, ebenso könnten handling-erleichternde Beschichtungen oder Verbundmaterialien das Recycling erschweren. Gleichzeitig sieht er auch Einsparpotenzial: Handhabten humanoide Roboter Produkte künftig sensibler und flexibler als klassische Automatisierung, ließen sich Sicherheitsreserven und damit Material reduzieren.

Zeithorizont: Wann wird es relevant?

Zum Abschluss wagt Mühlens eine Zeitachse für den industriellen Einsatz humanoider Roboter zu skizzieren: Für 2027 rechnet er noch überwiegend mit Pilotprojekten, zwischen 2028 und 2030 erwartet er erste Serienflotten mit zwei- oder dreistelligen Roboterzahlen in einzelnen Unternehmen. Ab 2030 sollen aus seiner Sicht dann „sehr relevante Stückzahlen“ erreicht werden: „Wir sprechen über eine disruptive Technologie. Und anders als beim Smartphone muss der Markt nicht erst geschaffen werden. Die Anwendungen existieren bereits. Jeder versteht intuitiv, wofür ein humanoider Roboter eingesetzt werden könnte. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich die Technologie durchsetzen wird. Zunächst in Nischen, später deutlich breiter. Oder anders formuliert: Die Frage ist aus meiner Sicht nicht mehr, ob Humanoide kommen. Die Frage ist nur noch, wann und wie schnell."

Fazit

Aus Sicht von Intralogistik-Spezialist, Komponentenhersteller und Forschung ergibt sich ein bemerkenswert einheitliches Bild: Humanoide Roboter werden die etablierte Fördertechnik und Robotik in absehbarer Zeit nicht ersetzen, aber ergänzen – immer dort, wo Flexibilität, wechselnde Aufgaben und für Menschen ausgelegte Umgebungen klassische Automatisierung an ihre Grenzen bringen.

Für die Verpackungsentwicklung heißt das: kein abrupter Paradigmenwechsel, aber ein wachsender Stellenwert von Reproduzierbarkeit, Erkennbarkeit und einem universellen, sowohl mensch- als auch maschinengerechten Design. Wie stark sich dieser Trend tatsächlich durchsetzt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, Verpackung und Automatisierung von Anfang an gemeinsam zu denken – und dabei Wirtschaftlichkeit, Handhabbarkeit und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.


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