Ein Schritt zu mehr Kreislaufwirtschaft

Re-strap und Teufelberger recyceln Kunststoff Umreifungsbänder

Mit einer langfristig angelegten Vereinbarung wollen Re-strap und Teufelberger Strapping Solutions einen geschlossenen Stoffstrom für Kunststoff-Umreifungsbänder etablieren. Ziel der Kooperation ist es, gebrauchte Umreifungsbänder aus dem deutschen Markt wieder in die industrielle Herstellung neuer Umreifungsbänder zurückzuführen.

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Einmal gesammelt und aufbereitet, werden aus den alten Kunststoff-Umreifungsbändern neue.

Re-strap betreibt nach eigenen Angaben Europas erstes Sammel- und Rücknahmesystem, das sich speziell auf Kunststoff‑Umreifungsbänder konzentriert. Teufelberger Strapping Solutions gehört zu den etablierten Herstellern von Umreifungslösungen in Europa. Durch die Zusammenarbeit soll ein hochwertiger, nachvollziehbarer Materialstrom entstehen, der industriell skalierbar ist.

Rezyklatmarkt unter Druck

Der Hintergrund der Vereinbarung ist eine zunehmend widersprüchliche Situation auf dem europäischen Rezyklatmarkt. Einerseits steigt der Bedarf an Post‑Consumer‑Rezyklaten mittelfristig deutlich an – getrieben durch regulatorische Vorgaben und unternehmensinterne Nachhaltigkeitsziele. Andererseits stehen viele Recycler aktuell unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Preisgünstige Neuware, Importe, eine verhaltene Nachfrage aus der Industrie sowie Unsicherheiten bei Qualitäts- und Nachweisstandards belasten den Absatz.

Nach Einschätzung von Re-strap gefährdet diese Marktlage Investitionen in Recyclingkapazitäten und bremst den Ausbau der notwendigen Infrastruktur. „Wir sehen derzeit zwei Realitäten gleichzeitig: Für 2030 wird eine erhebliche Rezyklat‑Unterdeckung prognostiziert, aber heute ist der Rezyklat‑Absatz für viele europäische Recycler wirtschaftlich extrem herausfordernd“, sagt Matthias Schäfer, Gründer und Geschäftsführer von Re-strap. „Genau deshalb sind langfristige, verlässliche Liefer- und Abnahmebeziehungen jetzt entscheidend. Sie stabilisieren die Wertschöpfung und schaffen die Basis, hochwertige Sammelsysteme auszubauen.“

Rückführung in die Umreifungsbandindustrie

Re-strap hat den Absatz der aufbereiteten Materialien nach eigenen Angaben bereits in mehreren Anwendungen etabliert, unter anderem im Spritzguss, im Compounding sowie im 3D‑Druck. Mit der Vereinbarung mit Teufelberger wird nun erstmals ein direkter Rückfluss in die Umreifungsbandindustrie realisiert.

„Mit Teufelberger gewinnen wir einen langfristigen Partner aus genau der Branche, aus der das Material stammt“, erläutert Schäfer. „Die Vereinbarung sichert unseren Absatz ab und ermöglicht es uns, der wachsenden Nachfrage aus Industrie und Gewerbe nach einer verlässlichen Entsorgung und Verwertung ihrer Umreifungsbandabfälle zu folgen.“

Teufelberger übernimmt dabei die Rolle des Abnehmers für das aufbereitete Material und integriert dieses in die eigene Produktion. Angaben zu konkreten Mengen oder Laufzeiten der Vereinbarung machen die Partner nicht.

Ausbau des Sammelsystems geplant

In Deutschland nutzen laut Re-strap bereits zahlreiche Unternehmen das Sammel- und Rücknahmesystem, um gebrauchte Kunststoff‑Umreifungsbänder getrennt zu erfassen. Durch die neue Vereinbarung sehen die Partner zusätzliche Planungssicherheit, um weitere Anfallstellen anzuschließen und zusätzliche Mengen aus dem Markt einer werkstofflichen Verwertung zuzuführen.

Die Erfassung der gebrauchten Umreifungsbänder erfolgt über das Re-strap‑System. Unternehmen können ihre Bandabfälle vor Ort mit entsprechender Technik vorzerkleinern und zur Abholung bereitstellen. Anschließend werden die Materialien aufbereitet und dem Produktionsprozess von Teufelberger zugeführt, wo daraus erneut Umreifungsbänder hergestellt werden.