Stärke statt Petrochemie beim Verpackungskleben
PTS, Fraunhofer und Baumer hhs haben einen Klebstoff auf Basis nachwachsender Stärke entwickelt. Er soll petrochemische Klebstoffe bei Faltschachteln und Wellpappen ersetzen und zugleich das Recycling erleichtern.
Am PTS wurde die Klebkraft verschiedener stärkebasierter Klebstoffrezepturen untersucht.
PTS
Das PTS – Institut für Fasern & Papier hat gemeinsam mit Fraunhofer-Forschern und dem Anwendungspartner Baumer hhs einen stärkebasierten Klebstoff für Papier-, Karton- und Wellpappenverpackungen entwickelt. Die Lösung soll fossile Rohstoffe ersetzen und zugleich die Wiederverwertung der Verpackungen vereinfachen.
Im Fokus stehen insbesondere Faltschachteln und Wellpappenverpackungen, die in großen Stückzahlen produziert und häufig nur kurze Zeit genutzt werden. Nach Angaben der Projektpartner kann der Klebstoff auf Basis nachwachsender Stärke dazu beitragen, gebrauchte Papier- und Pappeverpackungen einfacher und kostengünstiger in den Stoffkreislauf zurückzuführen.
Klebstoff für schnelllaufende Anlagen
Eine zentrale Herausforderung bei der Entwicklung waren die hohen Anforderungen industrieller Verpackungslinien. Der Klebstoff muss eine ausreichende Festigkeit erreichen, gleichzeitig aber sehr schnell abbinden.
„Die Vielzahl von Variablen bei den zu berücksichtigenden Eigenschaften des zu verklebenden Materials und die hohen Praxisanforderungen an Produkt und Technologie stellten unser Konsortium vor echte Herausforderungen“, erklärt PTS-Projektleiterin Katrin Kühnöl.
Über einen Zeitraum von rund dreieinhalb Jahren untersuchten die Projektpartner verschiedene Rezepturen und optimierten unter anderem Handhabung, Klebkraft und Abbindezeit. Testläufe auf Produktionsanlagen für Faltschachteln hätten gezeigt, dass sich der entwickelte Klebstoff auch für schnelllaufende Prozesse eignet.
Auch für Lebensmittelverpackungen geeignet
Nach Angaben des PTS ist der Stärkeklebstoff zudem chemisch und sensorisch für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen aus Papier, Karton und Pappe geeignet.
Das Entwicklungsprojekt wurde finanziell von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe unterstützt. Das PTS gehört zur Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse und arbeitet insbesondere an anwendungsnahen Forschungs- und Entwicklungsprojekten für mittelständische Unternehmen.