Südpack senkt Scope-1- und Scope-2-Emissionen
Der Verpackungshersteller Südpack hat seine Emissionen aus dem eigenen Betrieb und aus eingekaufter Energie seit 2021 deutlich reduziert. Schwieriger bleibt die Dekarbonisierung der vorgelagerten Lieferkette, die den größten Teil des CO₂-Fußabdrucks ausmacht.
Teil der Gruppe: das Werk in Erolzheim.
Rudau.com / Südpack
Südpack hat seinen Corporate Carbon Footprint (CCF) gegenüber dem Basisjahr 2021 nach eigenen Angaben um insgesamt 21 % reduziert. Besonders stark gingen die Emissionen in Scope 1 und 2 zurück: Hier verzeichnet das Unternehmen für 2025 eine Verringerung um 73 %. Bis 2030 sollen die Emissionen in diesen Bereichen um 76,3 % gegenüber 2021 sinken.
Für Scope 3.1, also die Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen, meldet Südpack eine Reduktion um 16 %. Das Ziel für 2030 liegt bei 25 %. Dieser Bereich verursacht nach Unternehmensangaben rund zwei Drittel der gesamten Emissionen.
CO2-Fußabdruck steigt gegenüber 2024 leicht
Im Vergleich zu 2024 erhöhte sich der gesamte Corporate Carbon Footprint der Unternehmensgruppe allerdings um 3,91 %. Als Gründe werden unter anderem höhere Absatzmengen sowie den Ausbau der Werke in Erolzheim und Coulmer in Frankreich genannt.
Die zusätzlichen Kapazitäten sollen unter anderem für leichtere und recyclinggerecht konzipierte Verpackungsmaterialien genutzt werden. Die Gruppe setzt dabei vor allem auf PP- und PE-basierte Verpackungskonzepte, die bestehenden Recyclingströmen zugeführt werden können.
Ein weiterer Hebel ist die Materialeffizienz. Dünnere Hochleistungsfolien sollen den Materialeinsatz und damit auch Emissionen entlang der Lieferkette reduzieren. Im Verpackungsdruck kommt zudem verstärkt die unternehmenseigene SPQ-Technologie zum Einsatz. Dadurch seien die Emissionen aus dem Lösemittelverbrauch gegenüber 2024 um rund 9,5 % gesunken.
EU-Werke beziehen vollständig Grünstrom
Seit Anfang 2025 bezieht auch der französische Standort Coulmer Strom aus erneuerbaren Quellen mit Herkunftsnachweisen. Damit nutzen nach Angaben von Südpack alle Produktionswerke des Unternehmens in der EU ausschließlich Grünstrom.
Über alle Energieträger hinweg liegt der Anteil erneuerbarer Energien derzeit bei 57 %. Bis 2030 soll er auf 88 % steigen. Parallel arbeitet das Unternehmen an der weiteren Elektrifizierung von Produktionsprozessen und an Energieeffizienzmaßnahmen. Seit 2021 sei der gesamte Energieverbrauch dadurch um 19 % gesunken.
Software soll Klimadaten bündeln
Für die Erfassung und Steuerung der Emissionsdaten setzt Südpack inzwischen zudem eine neue Softwareplattform ein. Sie bündelt Kennzahlen, Ziele und Fortschritte in einem Dashboard. Damit sollen Reduktionspotenziale schneller identifiziert, Berichtspflichten unterstützt und die Datenerfassung innerhalb der internationalen Unternehmensgruppe vereinheitlicht werden.
Das Unternehmen hat sich im Rahmen der Science Based Targets initiative (SBTi) zu wissenschaftsbasierten Klimazielen verpflichtet. Für Scope 1, 2 und 3.1 sind entsprechende Near-Term-Ziele validiert.