Insolvenz in Eigenverwaltung
Verpackungszulieferer Monta sucht Investor
Die Monta Klebebandwerk GmbH hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der international tätige Hersteller liefert Klebebänder für Verpackungs- und Industrieanwendungen in mehr als 50 Länder. Produktion und Belieferung der Kunden sollen während der Sanierung uneingeschränkt weiterlaufen.
1855 wurde Monta als Bindfadenfabrik gegründet.
Monta
Der Verpackungszulieferer Monta aus Immenstadt im Allgäu hat am 16. Juli 2026 beim Amtsgericht Kempten die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen produziert selbstklebende Verpackungs- und Industrieklebebänder und beschäftigt am Standort rund 150 Mitarbeiter.
Monta beliefert nach eigenen Angaben Kunden in mehr als 50 Ländern und zählt sich zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Segment. Die Klebebänder kommen unter anderem beim Verschließen, Bündeln und Sichern von Verpackungen sowie in industriellen Produktions- und Logistikprozessen zum Einsatz.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1855 zurück. Gegründet wurde der Betrieb zunächst als Bindfadenfabrik. Seit den 1960er-Jahren produziert Monta Klebebänder.
Lieferfähigkeit soll gesichert bleiben
Für Kunden aus der Verpackungsindustrie soll der Insolvenzantrag zunächst keine unmittelbaren Folgen haben. Der Geschäftsbetrieb werde in vollem Umfang fortgeführt, teilte das Unternehmen mit. Damit sollen laufende Aufträge weiterhin produziert und ausgeliefert werden.
Die Finanzierung der Betriebsfortführung sei mindestens bis Ende Januar 2027 vorgesehen. Auch die Tochtergesellschaften in Ungarn und Rumänien seien von dem Verfahren nicht unmittelbar betroffen.
Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt Monta vor allem die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik. Diese Faktoren belasten insbesondere Hersteller, die als Zulieferer zwischen Materialkosten, industriellen Abnehmern und internationalem Wettbewerb stehen.
Produktportfolio wird neu ausgerichtet
Im Zuge der Sanierung will Monta sein Produktportfolio bereinigen und stärker auf zukunftsfähige Produkte konzentrieren. Zudem sollen Produktion, Arbeitsabläufe und Auftragsabwicklung effizienter gestaltet werden.
Weitere Vertriebsaktivitäten im In- und Ausland sollen dazu beitragen, die Marktposition des Unternehmens als Anbieter von Verpackungs- und Industrieklebebändern zu stabilisieren.
Das Amtsgericht hat Rechtsanwalt Marco Liebler zum Gutachter bestellt. Er prüft, ob die Voraussetzungen für die beantragte vorläufige Eigenverwaltung erfüllt sind. Die Geschäftsführung bleibt bei diesem Verfahren grundsätzlich im Amt und wird von Restrukturierungsexperten begleitet.
Investor für langfristige Fortführung gesucht
Parallel zur operativen Sanierung bereitet Monta einen strukturierten Investorenprozess vor. Gesucht wird eine langfristige Lösung, die den Fortbestand des Unternehmens und damit auch die Belieferung der internationalen Kunden sichern soll.
Ziel des Verfahrens sei es, Monta finanziell nachhaltig neu aufzustellen, die Arbeitsplätze am Standort Immenstadt zu erhalten und die Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. Der Hauptfinanzierer, der Betriebsrat, die Gesellschafter und wesentliche Gläubiger unterstützen nach Unternehmensangaben den Sanierungskurs.