"Strategie 2035" wurde neu justiert
Vetropack setzt stärker auf Services und Effizienz
Der Glasverpackungshersteller Vetropack stellt seine Wachstumsstrategie neu auf. Künftig sollen Dienstleistungen, wachstumsstarke Marktsegmente und Exportmärkte stärker zum Geschäft beitragen. Gleichzeitig will die Gruppe Produktion und Prozesse standardisieren und effizienter machen.
Vetropack-Hauptsitz in Bülach.
Vetropack
Vetropack hat seine bisherige strategische Ausrichtung umfassend überprüft und mit der „Strategie 2035“ neu justiert. Der Glasverpackungshersteller will sich damit stärker von einem reinen Produzenten hin zu einem Anbieter von Verpackungs- und Servicelösungen entwickeln. Gleichzeitig sollen Produktionskapazitäten besser ausgelastet, der Produktmix verbessert und die Kostenbasis gesenkt werden.
Hintergrund der Neuausrichtung sind nach Unternehmensangaben veränderte Markt- und Nachhaltigkeitstrends sowie Ergebnisse aus Kundenbefragungen und externen Studien. Erstmals hat Vetropack zugleich konkrete mittelfristige Finanzziele veröffentlicht: Bis 2030 soll der Umsatz gegenüber 2025 bei konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich und damit stärker als der Markt wachsen. Zudem strebt das Unternehmen wieder eine zweistellige operative Marge sowie eine zweistellige Rendite auf das eingesetzte Kapital an.
Mehr Geschäft jenseits der Glasflasche
Eine wesentliche Konsequenz der neuen Strategie ist die Erweiterung des Angebots über die eigentliche Glasverpackung hinaus. Vetropack will zusätzliche Produkt- und Servicelösungen entwickeln, die Kunden entlang ihrer Wertschöpfungskette unterstützen.
Als Beispiel nennt das Unternehmen seine thermisch gehärtete Leichtglasflasche Rezon. Diese soll bis zu 30 % leichter als eine herkömmliche Mehrwegflasche sein und zugleich mehr Umläufe ermöglichen. Am österreichischen Standort Pöchlarn wird die Technologie derzeit schrittweise für die industrielle Großproduktion vorbereitet.
Fokus auf ausgewählte Wachstumsmärkte
Auch bei der Marktbearbeitung wird Vetropack selektiver. Statt Wachstum breit über das bestehende Geschäft anzustreben, will sich die Gruppe stärker auf Segmente konzentrieren, denen sie strukturelles Wachstum zuschreibt. Dazu zählen alkoholreduzierte und alkoholfreie Getränke, Lebensmittel sowie Premiumweine.
Parallel sollen Exportmärkte systematischer entwickelt werden, in denen Vetropack nach eigener Einschätzung Vorteile aus seinem Produktionsnetzwerk und Produktportfolio nutzen kann.
Produktion soll flexibler und effizienter werden
Die Neuausrichtung hat auch Konsequenzen für die Produktions- und Organisationsstruktur. Vetropack will Abläufe über Funktionen und Standorte hinweg stärker vereinheitlichen und vereinfachen. Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung sollen Kosten reduzieren sowie Flexibilität und Produktivität erhöhen.
Dafür kündigt die Gruppe auch Investitionen in die Anpassung ihrer Produktionsinfrastruktur an. Neben Wachstum rückt damit die bessere Auslastung bestehender Kapazitäten stärker in den Mittelpunkt der Strategie.
Nachhaltigkeit bleibt Bestandteil der Neuausrichtung. Unter anderem will Vetropack den Altglasanteil in der Produktion weiter erhöhen und Maßnahmen zur Emissionsreduzierung sowie zum Ressourceneinsatz in einer gemeinsamen Roadmap bündeln.