Trendreport der International Federation of Robotics
KI und IT/OT prägen die Robotik-Zukunft
Der Markt für Industrieroboter boomt: Mit 16,7 Mrd. US-Dollar erreicht der globale Wert einen neuen Rekord. Technologische Innovationen und neue Geschäftsfelder treiben die Nachfrage. Hier sind die Trends, die Robotik und Automation im Jahr 2026 prägen werden.
Humanoide Roboter gelten als vielversprechende Technologie, wenn Flexibilität gefragt ist.Ideogram
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KI und Autonomie in der Robotik
Roboter, die mithilfe künstlicher Intelligenz selbständig
arbeiten, werden immer häufiger eingesetzt. Wichtigster Vorteil KI-gesteuerter
Roboter ist eine deutlich verbesserte Autonomie, die von verschiedenen KI-Arten
unterstützt wird:
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Analytische KI hilft bei der Verarbeitung großer
Datensätze und Mustererkennung und liefert Erkenntnisse zur praktischen
Umsetzung. Roboter können damit beispielsweise in intelligenten Fabriken
eigenständig mögliche Ausfälle prognostizieren oder in der Intralogistik die
Tourenplanung und Ressourcenzuweisung übernehmen.
Generative KI ermöglicht hingegen einen Wandel von
regelbasierter Automatisierung hin zu intelligenten, sich selbst
weiterentwickelnden Systemen. GenAI kreiert dafür eigenständig neue Lösungswege
und ermöglicht Robotern, neue Fähigkeiten und die Erledigung von Aufgaben
autonom erlernen zu können sowie Trainingsdaten durch Simulation zu generieren.
Dadurch wird auch eine neue Art der Mensch-Roboter-Interaktion mittels
natürlicher Sprache und Gestensteuerung ermöglicht.
Ein wichtiger Trend zur Weiterentwicklung der Autonomie in
der Robotik ist Agentic AI. Diese Technologie kombiniert analytische KI
für strukturierte Entscheidungsfindung und generative KI für
Anpassungsfähigkeit. Der hybride Ansatz zielt darauf ab, moderne Robotik in die
Lage zu versetzen, selbstständig in komplexen Umgebungen der realen Welt zu
arbeiten.
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IT vernetzt mit OT macht Roboter vielseitiger
Eine steigende Nachfrage nach möglichst vielseitig
einsetzbaren Robotern spiegelt sich im Markttrend zur verstärkten Konvergenz
von Informationstechnologie (IT) und operativer Technologie (OT)
wider. Die Vernetzung der Datenverarbeitungsleistung der IT mit den physischen
Steuerungsfähigkeiten der OT steigert die Vielseitigkeit der Robotik durch
Echtzeit-Datenaustausch, Automatisierung und fortschrittliche Analysen. Diese
Integration bildet ein grundlegendes Element des digitalen Unternehmens und der
Industrie 4.0. Die IT/OT-Konvergenz bricht dabei Silos auf und schafft einen
nahtlosen Datenfluss zwischen der digitalen und der physischen Welt, was die
Fähigkeiten und die Vielseitigkeit der Robotik erheblich verbessert.
Zuverlässigkeit und Effizienz für humanoide Roboter
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Die humanoide Robotik wächst rasant. Humanoide Roboter für
den industriellen Einsatz gelten als vielversprechende Technologie, wenn
Flexibilität gefragt ist, typischerweise in Umgebungen, die für Menschen
konzipiert sind. Vorreiter ist die Automobilindustrie, aber auch Anwendungen in
der Lagerhaltung und Fertigung rücken weltweit in den Fokus.
Unternehmen und Forschungseinrichtungen gehen inzwischen
über Prototypen hinaus und arbeiten am Einsatz humanoider Roboter in der realen
Welt. Schlüssel zum Erfolg sind dabei Zuverlässigkeit und Effizienz: Im
Wettbewerb mit der traditionellen Automatisierung müssen humanoide Roboter den
hohen industriellen Anforderungen hinsichtlich Zykluszeiten, Energieverbrauch
und Wartungskosten gerecht werden. Industriestandards definieren zudem
Sicherheitsniveaus, Haltbarkeitskriterien und konsistente Leistungskriterien
von Humanoiden in der Fabrikhalle. Humanoide Roboter, die dabei helfen sollen,
fehlende Fachkräfte bei bestimmten Aufgaben zu kompensieren, müssen zudem eine
dem Menschen vergleichbare Geschicklichkeit und Produktivität erreichen –
ebenfalls wichtige Kriterien, um ihre Effizienz in der Praxis unter Beweis zu
stellen.
Sicherheit und Schutz in der Robotik
Da Roboter zunehmend neben Menschen in Fabriken und
Dienstleistungsbereichen eingesetzt werden, ist die Gewährleistung ihres sicheren
Betriebs für die Robotikbranche nicht nur wichtig, sondern unerlässlich.
Mit der KI-gesteuerten Autonomie von Robotern verändert sich die
Sicherheitslandschaft grundlegend, was Tests, Validierungen und die menschliche
Aufsicht wesentlich komplexer, aber auch notwendig macht. Dies wird besonders
deutlich beim vorgesehenen Einsatz humanoider Roboter. Robotersysteme müssen
gemäß der ISO-Sicherheitsstandards und klar definierten Haftungsrahmen
konzipiert und zertifiziert werden.
Insbesondere im Zusammenhang mit KI in der Robotik
und der Konvergenz von IT und OT ergeben sich eine Reihe von
Sicherheitsbedenken, die eine robuste Governance mit klaren Haftungsregeln
erfordern. Die rasche Verbreitung von Robotersystemen in Cloud-vernetzte und
KI-gesteuerte Umgebungen setzt die industrielle Produktion einer wachsenden
Zahl von Cybersicherheitsbedrohungen aus. Experten verweisen auf eine Zunahme
von Hacking-Versuchen, die auf Robotersteuerungen und Cloud-Plattformen
abzielen und unauthorisierten Zugriff sowie potenzielle Systemmanipulationen
ermöglichen. Da Roboter zunehmend in Arbeitsplätze integriert werden, wachsen
auch die Bedenken hinsichtlich der gesammelten sensiblen Daten – darunter
Video-, Audio- und Sensorströme. Deep-Learning-Modelle, die oft als „Black
Boxes” bezeichnet werden, können Ergebnisse liefern, die selbst für ihre
eigenen Entwickler schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Die rechtlichen
und ethischen Unklarheiten hinsichtlich der Haftung hat Forderungen nach klaren
Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI laut werden lassen.
Roboter als Verbündete gegen den Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel ist für Arbeitgeber weltweit ein
Problem. Diese unbesetzten Stellen führen dazu, dass die bestehende Belegschaft
zusätzliche Schichten übernehmen muss. Das führt branchenübergreifend zu Stress
und Ermüdung der Beschäftigten. Der gezielte Einsatz von Robotik und Automation
ist eine wichtige Strategie, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Arbeitgeber
profitieren davon, ihre Mitarbeitenden möglichst frühzeitig in den
Transformationsprozess mit einzubeziehen. Schon bei der Einführung von Robotern
spielt die enge Zusammenarbeit mit der Belegschaft eine entscheidende Rolle, um
die Akzeptanz sicherzustellen – sowohl in der industriellen Fertigung als auch
in den vielfältigen Dienstleistungsanwendungen. Die Vorteile, die Roboter
bieten, den Fachkräftemangel zu kompensieren, Routineaufgaben zu übernehmen
oder neue Karrieremöglichkeiten zu eröffnen, führen dazu, dass sie als
Verbündete am Arbeitsplatz akzeptiert werden. Gleichzeitig helfen Roboter
dabei, den Arbeitsplatz für junge Menschen attraktiver zu machen. Unternehmen
und Regierungen fördern Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme, um
Arbeitnehmern zu helfen, mit den sich ändernden Anforderungen an ihre
Fertigkeiten Schritt zu halten und in einer von Automatisierung geprägten
Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben.