Vor dem Hintergrund des Circular Economy Act

RCTP will stärkere Rolle von Mehrweg-Transportverpackungen

Der Roundtable for Reusable Containers, Trays and Pallets (RCTP) fordert, Mehrweg-Transportverpackungen stärker in den geplanten Circular Economy Act der EU einzubeziehen. Reusable Transport Packaging (RTP) sollten ausdrücklich als strategischer Baustein für wettbewerbsfähige und widerstandsfähige Lieferketten anerkannt werden.

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Kamapgnen-Motiv des RCTP.

Die Europäische Kommission bereitet derzeit ihren Vorschlag für den Circular Economy Act vor. Dieser soll unter anderem dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, die Resilienz von Lieferketten und die strategische Autonomie Europas zu stärken. Der RCTP verweist in diesem Zusammenhang auf politische Initiativen und Berichte wie den Clean Industrial Deal, den Competitiveness Compass sowie die Empfehlungen von Mario Draghi und Enrico Letta.

Nach Einschätzung des Verbands konzentriert sich die politische Debatte bislang stark auf Recycling, Sekundärrohstoffe und Abfallmanagement. Wiederverwendung werde dagegen noch zu wenig als eigenständiger Hebel der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. Dabei seien Mehrweg-Transportverpackungen in Branchen wie der Automobilindustrie, der Produktion, der Lebensmittelwirtschaft, dem Handel und dem Gesundheitswesen bereits seit Jahren im Einsatz.

Verweis auf mögliche Einsparpotenziale

Der RCTP verweist unter anderem auf mögliche Einsparpotenziale im Obst- und Gemüsesektor. Dort könnte eine stärkere Nutzung robuster Mehrweg-Transportverpackungen Produktverluste im Wert von nahezu 100 Mio. Euro pro Jahr reduzieren. Zudem könnten RTP durch niedrigere Lebenszykluskosten wirtschaftliche Vorteile bieten, betriebliche Abläufe effizienter machen und die Abhängigkeit von regelmäßigem Verpackungsersatz verringern.

Auch ökologische Effekte hebt der Verband hervor. Mehrweg-Transportverpackungen seien auf mehrere hundert Umläufe ausgelegt und könnten eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren erreichen. Nach Angaben des RCTP lassen sich die Treibhausgasemissionen gegenüber Einwegalternativen um bis zu 90 % senken. Zugleich benötigten sie über den Lebenszyklus hinweg weniger Energie und Frischwasser. Durch Wiederverwendung, Reparatur und vollständiges Recycling werde Abfall vermieden und der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert.

Vier Maßnahmen vorgeschlagen

In seinem Positionspapier nennt der RCTP vier Maßnahmen, die aus Sicht des Verbands in den Circular Economy Act aufgenommen werden sollten. Dazu zählt, Wiederverwendung entsprechend der EU-Abfallhierarchie stärker ins Zentrum des Gesetzes zu stellen. Außerdem fordert der Verband harmonisierte EPR-Systeme innerhalb der EU. Abfallvermeidung solle durch eine geeignete Ökomodulation sowie durch die Befreiung wiederverwendbarer Produkte von EPR-Gebühren gefördert werden.

Darüber hinaus spricht sich der RCTP dafür aus, öffentliche Beschaffung gezielt zu nutzen, um kreislauforientierte Lösungen auf Basis von Wiederverwendung zu bevorzugen, sofern Mehrwegalternativen verfügbar sind. Für RTP-Produkte aus Nicht-EFTA-Staaten fordert der Verband robuste Zertifizierungsanforderungen, um fairen Wettbewerb sicherzustellen und die Integrität der europäischen Kreislaufwirtschaft zu schützen.

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Über den RCTP

Der RCTP vertritt die europäische Mehrweg-Transportverpackungsindustrie. Seine Mitglieder entwickeln und produzieren wiederverwendbare Verpackungslösungen für industrielle und handelsbezogene Lieferketten.