Vor dem Hintergrund des Circular Economy Act
RCTP will stärkere Rolle von Mehrweg-Transportverpackungen
Der Roundtable for Reusable Containers, Trays and Pallets (RCTP) fordert, Mehrweg-Transportverpackungen stärker in den geplanten Circular Economy Act der EU einzubeziehen. Reusable Transport Packaging (RTP) sollten ausdrücklich als strategischer Baustein für wettbewerbsfähige und widerstandsfähige Lieferketten anerkannt werden.
Kamapgnen-Motiv des RCTP.
Walther Faltschachtel
Die Europäische Kommission bereitet derzeit ihren
Vorschlag für den Circular Economy Act vor. Dieser soll unter anderem dazu
beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, die Resilienz
von Lieferketten und die strategische Autonomie Europas zu stärken. Der RCTP
verweist in diesem Zusammenhang auf politische Initiativen und Berichte wie den
Clean Industrial Deal, den Competitiveness Compass sowie die Empfehlungen von
Mario Draghi und Enrico Letta.
Nach Einschätzung des Verbands konzentriert sich die
politische Debatte bislang stark auf Recycling, Sekundärrohstoffe und
Abfallmanagement. Wiederverwendung werde dagegen noch zu wenig als
eigenständiger Hebel der Kreislaufwirtschaft berücksichtigt. Dabei seien
Mehrweg-Transportverpackungen in Branchen wie der Automobilindustrie, der
Produktion, der Lebensmittelwirtschaft, dem Handel und dem Gesundheitswesen
bereits seit Jahren im Einsatz.
Verweis auf mögliche Einsparpotenziale
Der RCTP verweist unter anderem auf mögliche
Einsparpotenziale im Obst- und Gemüsesektor. Dort könnte eine stärkere Nutzung
robuster Mehrweg-Transportverpackungen Produktverluste im Wert von nahezu 100
Mio. Euro pro Jahr reduzieren. Zudem könnten RTP durch niedrigere
Lebenszykluskosten wirtschaftliche Vorteile bieten, betriebliche Abläufe
effizienter machen und die Abhängigkeit von regelmäßigem Verpackungsersatz
verringern.
Auch ökologische Effekte hebt der Verband hervor.
Mehrweg-Transportverpackungen seien auf mehrere hundert Umläufe ausgelegt und
könnten eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren erreichen. Nach Angaben des RCTP
lassen sich die Treibhausgasemissionen gegenüber Einwegalternativen um bis zu
90 % senken. Zugleich benötigten sie über den Lebenszyklus hinweg weniger
Energie und Frischwasser. Durch Wiederverwendung, Reparatur und vollständiges
Recycling werde Abfall vermieden und der Bedarf an neuen Rohstoffen reduziert.
Vier Maßnahmen vorgeschlagen
In seinem Positionspapier nennt der RCTP vier Maßnahmen,
die aus Sicht des Verbands in den Circular Economy Act aufgenommen werden
sollten. Dazu zählt, Wiederverwendung entsprechend der EU-Abfallhierarchie
stärker ins Zentrum des Gesetzes zu stellen. Außerdem fordert der Verband
harmonisierte EPR-Systeme innerhalb der EU. Abfallvermeidung solle durch eine
geeignete Ökomodulation sowie durch die Befreiung wiederverwendbarer Produkte
von EPR-Gebühren gefördert werden.
Darüber hinaus spricht sich der RCTP dafür aus,
öffentliche Beschaffung gezielt zu nutzen, um kreislauforientierte Lösungen auf
Basis von Wiederverwendung zu bevorzugen, sofern Mehrwegalternativen verfügbar
sind. Für RTP-Produkte aus Nicht-EFTA-Staaten fordert der Verband robuste
Zertifizierungsanforderungen, um fairen Wettbewerb sicherzustellen und die
Integrität der europäischen Kreislaufwirtschaft zu schützen.
Dies ist eine Zwischenüberschrift H2
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Über den RCTP
Der RCTP vertritt die europäische
Mehrweg-Transportverpackungsindustrie. Seine Mitglieder entwickeln und
produzieren wiederverwendbare Verpackungslösungen für industrielle und
handelsbezogene Lieferketten.