IK-Konjunkturumfrage

Rohstoffpreise setzen Erträge unter Druck

Die Hersteller von Kunststoffverpackungen und Kunststofffolien in Deutschland blicken verhalten auf das dritte Quartal 2026. Zwar konnten viele Unternehmen die massiv gestiegenen Rohstoffkosten zumindest teilweise weitergeben, die Ertragslage bleibt jedoch angespannt. Zugleich halten die Betriebe trotz schwacher Konjunktur an ihren Beschäftigten fest.

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Die wirtschaftliche Lage in der Kunststoffverpackungsbranche bleibt schwierig. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen, an der sich 92 Hersteller von Kunststoffverpackungen und Kunststofffolien in Deutschland beteiligt haben. Fast 60 % der befragten Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Rund 37 % sprechen von einer befriedigenden Lage, nur gut 4 % beurteilen die Situation als gut.

Für das dritte Quartal 2026 rechnen die Unternehmen überwiegend mit einer Seitwärtsbewegung. Beim Absatz erwarten 56 % der Befragten eine stabile Entwicklung, gut 32 % gehen von Rückgängen aus. Nur knapp 12 % rechnen mit einer Verbesserung. Ähnlich zeigt sich das Bild bei den Exporten: Rund 68 % erwarten unveränderte Bedingungen, knapp 24 % eine Verschlechterung und knapp 8 % eine Verbesserung.

Umsatzplus durch höhere Rohstoffkosten

Der Umsatz der Branche lag im zweiten Quartal zwar rund 13 % über dem Vorquartal. Dieser Anstieg ist jedoch vor allem auf die deutlich höheren Rohstoffkosten zurückzuführen. Laut einer IK-Umfrage von April 2026 sind die Preise für Neuware seit Februar im Durchschnitt um fast 58 % gestiegen. Die Hersteller konnten diese Kosten teilweise an ihre Kunden weitergeben.

Für die Ertragslage bedeutet das jedoch kaum Entlastung. 48 % der Unternehmen rechnen mit einer Verschlechterung ihrer Profitabilität, 43 % erwarten eine unveränderte Entwicklung. Nur 9 % gehen von einer Verbesserung aus. Nach Angaben der IK liegt der Rohstoffkostenanteil an den Herstellungskosten im Durchschnitt bei rund 46 %. Damit steht die Kunststoffverpackungsindustrie weiterhin unter hohem Kostendruck.

Verfügbarkeit entspannt sich

Positiver fällt der Blick auf die Rohstoffverfügbarkeit aus. Nachdem die Erwartungen im Frühjahr infolge geopolitischer Unsicherheiten, der Blockade der Straße von Hormus und Force-Majeure-Meldungen stark eingebrochen waren, hat sich die Einschätzung deutlich erholt. Der Saldo zur erwarteten Rohstoffverfügbarkeit für das dritte Quartal liegt nun bei plus 34 Punkten. Ende März hatte der Erwartungswert für das zweite Quartal noch bei minus 86 Punkten gelegen.

Die Branche sieht sich damit aktuell weniger mit einem physischen Rohstoffmangel konfrontiert, sondern vor allem mit einem globalen Preisdruck bei sicheren Liefermengen.

Betriebe halten an Beschäftigten fest

Trotz Konjunkturflaute und Rohstoffpreiskrise planen die meisten IK-Mitgliedsunternehmen keine Reduzierung ihrer Belegschaften. 68 % der befragten Betriebe wollen ihre Beschäftigtenzahl stabil halten, rund 9 % erwägen sogar einen Aufbau. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung setzt die Branche damit auf langfristige Sicherung von Know-how und Produktionsfähigkeit.