Getränkekartons und Kunststoffverpackungen im Fokus

SIG und Partner starten Initiative gegen Meeresmüll

Gemeinsam mit Plastic Bank, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie Decision Context hat SIG die Initiative „Recycle for Good – Prevent Marine Litter“ gestartet. Ziel des auf drei Jahre angelegten Projekts ist es, die Meeresverschmutzung durch Verpackungsabfälle in Südostasien nachhaltig zu reduzieren.

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Schätzungen zufolge gelangen jährlich um die 11 Mio. t Kunststoffabfälle in die Ozeane.

 

Im Fokus des Projekts stehen Thailand, Indonesien und die Philippinen. Dort sollen Sammel- und Recyclingsysteme für verschiedene Verpackungsmaterialien – darunter Getränkekartons und Kunststoffverpackungen – verbessert werden. Bis zum Projektende im November 2028 sollen mindestens 10.000 Tonnen Verpackungsabfälle davon abgehalten werden, in die Umwelt und insbesondere in die Ozeane zu gelangen.

Bildung und Beteiligung als Schlüssel

Ein zentraler Ansatzpunkt von „Recycle for Good – Prevent Marine Litter“ ist die Förderung von Verhaltensänderungen. Dabei spielen Schulen eine wichtige Rolle: Schülerinnen und Schüler sollen als Multiplikatoren fungieren und zu einer besseren Mülltrennung und verantwortungsvollen Entsorgung beitragen. Insgesamt will das Projekt rund 100.000 Menschen erreichen – darunter Schüler, Lehrkräfte, Haushalte und informelle Abfallsammler.

Unterstützt wird dieser Ansatz durch eine digitale Plattform von Plastic Bank, die speziell für den Einsatz in Schulen weiterentwickelt wird. Mithilfe von Gamification-Elementen wie Belohnungen, Challenges und gemeinsamen Zielen sollen Anreize für die korrekte Trennung und Sammlung von Verpackungsabfällen geschaffen werden. Ziel ist es, langfristige Recyclinggewohnheiten zu etablieren.

Wissenschaftliche Begleitung und strategische Analyse

Das Wuppertal Institut bringt wissenschaftliche Expertise in Form von Nachhaltigkeitsanalysen, Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie politischen und systemischen Bewertungen der Kunststoffabfallwirtschaft ein. Decision Context ergänzt das Projekt mit datengestützten Analysen und Modellen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu bewerten und evidenzbasierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Die SIG Foundation unterstützt das Vorhaben als strategischer Partner mit Fokus auf soziale Wirkungen. Sie begleitet das Projekt organisatorisch und kommunikativ, ohne operativ in die Umsetzung eingebunden zu sein.

Ausbau der Recycling-Infrastruktur

Parallel zur Bildungs- und Aufklärungsarbeit investiert das Projekt in den Ausbau lokaler Recyclingstrukturen. Dazu gehören die Modernisierung bestehender Anlagen sowie der Aufbau neuer Kapazitäten zur Verarbeitung gebrauchter Getränkekartons und flexibler Kunststoffe. Informelle Abfallsammler sollen stärker in formelle Wertschöpfungsketten eingebunden werden, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Recyclings zu erhöhen und inklusive Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen.

Darüber hinaus will die Initiative zur Weiterentwicklung von Systemen der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) beitragen. Praktische Erfahrungen und Projektdaten sollen politischen Entscheidungsträgern und EPR-Organisationen zur Verfügung gestellt werden, um skalierbare und langfristig wirksame Recyclinglösungen zu fördern.