Umfrage bei Mitgliedern der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen
Unsicherheit prägt Erwartungen der Kunststoffverpacker
Nach drei Krisenjahren startet die Kunststoffverpackungsbranche verhalten ins neue Jahr. Laut IK-Umfrage erwarten die meisten Unternehmen keine Trendwende: Unsicherheit prägt die Lage, Investitionen und Beschäftigung stehen weiter unter Druck.
Das Produktionsvolumen von Kunststoffverpackungen lag 2024 bei 3,850 Tsd. t.
Ideogram
Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.
hat ihre Mitglieder zur Konjunkturerwartung befragt. 109 Unternehmen haben sich
beteiligt. Knapp 70 % der befragten Unternehmen bewerten die allgemeine
Wirtschaftslage in Deutschland als schlecht, während nur rund 28 % von einer
befriedigenden und weniger als 2 % von einer guten Lage sprechen. Damit
bestätigt die Branche den gesamtwirtschaftlichen Befund eines anhaltend
schwachen, von Unsicherheit geprägten Umfelds. Immerhin rechnen viele
Hersteller mit einer Seitwärtsbewegung ihrer eigenen Geschäfte: Zwei Drittel
der Unternehmen erwarten im 1. Quartal 2026 stabile Absatzmengen, rund 18 %
gehen von einem weiteren Rückgang aus, während 16 % eine Verbesserung erwarten.
Auch bei Exporten dominiert die Erwartung
gleichbleibender Bedingungen rund zwei Drittel der Betriebe stellen sich auf
unveränderte Verhältnisse ein. Gleichzeitig bleibt der Druck auf die
Profitabilität hoch: Während die Hälfte der Unternehmen keine Veränderung der
Ertragslage erwartet, rechnen 41 % der Betriebe mit einer Verschlechterung und 9 % mit einer Verbesserung.
30 % erwarten einen Personalabbau
Positiver wird die Entwicklung der Rohstoffverfügbarkeit
eingeschätzt: Rund drei Viertel der Unternehmen erwarten stabile Bedingungen,
knapp 19 % sehen eine Verbesserung, 6 % befürchten eine Verschlechterung.
Beim Blick auf die Beschäftigung zeigt sich die
vorsichtige Grundhaltung der Industrie besonders deutlich. Zwar planen 63 % der
Unternehmen, ihre Belegschaft stabil zu halten, doch rund 30 % rechnen mit
einem Personalabbau, während lediglich gut 6 % einen Aufbau von Stellen
erwarten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q1 2025) verstärkt sich der Trend
zu einer defensiven Personalpolitik, ohne flächendeckenden Stellenabbau.
„Die Kunststoffverpackungsindustrie startet nach drei
Krisenjahren in ein weiteres Übergangsjahr: Die Unternehmen hoffen auf
konjunkturelle Bodenbildung, sehen aber vorerst keinen Spielraum für
Wachstumssprünge. Deshalb fordern wir verlässliche Rahmenbedingungen und
Standortentlastungen, um Investitionen und Beschäftigung in der Branche zu
sichern,“ sagt Dr. Laura Müller, Referentin für Wirtschaft bei der IK
Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. „Jetzt ist der Moment,
zentrale Reformen mutig anzupacken. Eine starke, widerstandsfähige
Kunststoff-Wertschöpfungskette ist für Deutschland unverzichtbar.“