Digitalisierung im Verpackungsdruck

Warum die Verpackungsdruckindustrie zum digitalen Inkjet-Druck wechselt

Von der PPWR-Compliance bis hin zu steigenden Kunststoff-Inputkosten infolge von Störungen in der Straße von Hormus: Die Konverter auf der interpack 2026 navigieren in einem Sektor im strukturellen Wandel, und der digitale Inkjet-Druck entwickelt sich zur zentralen Antwort.

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Screen auf der Interpack 2026 in Halle 8a, Stand E50.
Screen auf der Interpack 2026 in Halle 8a, Stand E50.

Screen hat auf der Interpack 2026 abgeschlossen digitale Inkjet-Drucklösungen präsentiert, die die vollständige kommerzielle Lebensfähigkeit der Inkjet-Technologie in der Papier- und Kunststoffflexverpackung sowie in der Etikettenverarbeitung ermöglichen sollen.

Lieferketten und Papierverpackungen

Ein wichtiges und hochaktuelles Thema auf der Messe waren: die Auswirkungen der Instabilität in der Straße von Hormus auf die globale Kunststoff-Lieferkette. Die anhaltenden Störungen haben die Verfügbarkeit petrochemischer Produkte stark reduziert, und die Konsequenzen in Europa spürbar gemacht. Die Polyethylen-Spotpreise sind deutlich gestiegen, wobei einige sogar die Niveaus der Russland-Ukraine-Krise 2022 überstiegen haben.

Branchenanalysten sind sich einig, dass die Erholung langsam verlaufen wird. Schifffahrtsnetzwerke, Produktionsanlagen und Auslastungsraten werden Zeit brauchen, um sich zu normalisieren, und die strukturelle Prämie, die nun an eine gesicherte Chemikalienversorgung geknüpft ist, wird die Kunststoffpreise wahrscheinlich weit in den mittelfristigen Zeitraum hinein auf erhöhtem Niveau halten. Für Konverter bietet diese Volatilität einen Anlass, ihre Substratoptions zu erweitern.

Vor diesem Hintergrund verschob sich das Interesse an papierbasierten Flexverpackungen auf der Interpack von einem Nachhaltigkeitsanspruch hin zu einer kommerziellen Dringlichkeit. Im Mittelpunkt des Screen-Standes zogen darum Live-Demonstrationen der Truepress PAC 520P Interesse von Konvertern auf sich, die ihre Materialstrategien neu bewerten. Konzipiert für recycelbare Papiersubstrate mit einer Reihe von Versiegelungs- und Barrierebeschichtungen, druckt die Truepress PAC 520P mit 80 m/min und wasserbasierten lebensmittelkonformen Tinten ohne Druckplatten oder Werkzeuge und ermöglicht so die Produktion von Papierverpackungen mit der Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit, die Konverter benötigen.

Die digitale Transformation gestalten

Juan Cano, Business Development Director für Flexverpackungsdruck bei Screen Europe, präsentierte Scaling Sustainable Paper Packaging: How Digital Inkjet Printing Enables Circularity im Interpack Spotlight Forum — und adressierte dabei die Marktkräfte, die den Flexverpackungsdruck umgestalten, sowie die Möglichkeiten für Konverter, sich in diesem Umfeld zu positionieren.

Gestützt auf reale Belege aus Screens weltweiten Erstinstallationen der Truepress PAC 520P bei Sacchital in Italien und der Truepress PAC 830F bei Chiyoda Gravure Corporation in Japan, die heute für große Speziallebensmittelmarken produzieren, deren Produkte in Markenshops oder eigenen Webseiten erhältlich sind. Mit dieser Inkjet-Druckmaschineninstallation kann ihr Betrieb nun ein breiteres Sortiment an Konsumgütern liefern, das den Anforderungen großer Markeninhaber an Farbgenauigkeit und -konsistenz gerecht wird, während gleichzeitig neue Möglichkeiten mit kurzen und mittleren Auflagen erschlossen werden, die der konventionelle Tief- oder Flexodruck wirtschaftlich nicht unterstützen kann.

Screen teilte den Stand auch mit CGS Oirs und präsentierte Fortschritte in der Farbmanagementsoftware. Die Press Matcher-Suite ermöglicht eine präzise Farbraumprofilierung bei gleichzeitiger Reduzierung des Tintenverbrauchs und unterstützt damit direkt eine effiziente, konsistente nachgelagerte Verpackungsproduktion.