Wellpappformatwerk PW14 der Progroup

Pro Jahr will die Progroup im PW14 200.000 t Wellpappformate produzieren. (Bild: Progroup)

Bis zu 200.000 t Wellpappformate soll das neue Werk pro Jahr herstellen. Zusammen mit dem bestehenden Nachbarwerk PW07 kommen so jährlich 825 Mio. m2 zusammen. Damit zählt Stryków laut Unternehmen nun zu den weltweit größten Standorten für Wellpapp-Produktion. Rund 72 Mio. Euro hat Progroup in das Projekt auf dem rund 28.000 m2 großen Gelände investiert und 50 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Reduzierter Verbrauch von Energie und Rohstoffen

Nahezu alle gängigen Wellpappsorten lassen sich im Werk PW14 herstellen, auf einer Arbeitsbreite von 3,35 m und bei einer Produktionsgeschwindigkeit von 400 m/min. Herzstück der Wellpappanlage ist das von der BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH entwickelte Modul Facer MF-A-Konzept. Es wurde bei Progroup erstmals überhaupt mit einer Arbeitsbreite von 3,35 m verbaut.

„Unser Anspruch ist es seit jeher, Technologieführer der Branche zu sein. Das setzt voraus, mit Partnern wie BHS neue Maschinengenerationen zu testen und sie gemeinsam in den stabilen Betrieb zu überführen“, kommentiert Maximilian Heindl, Vorstandsvorsitzender von Progroup. Das MF-A-Konzept ermöglicht einen besonders effizienten Produktionsprozess sowie eine hohe Wellpappenqualität. So entstehen hochwertige ein- und zweiwellige Next Board Wellpappformate mit B-, C- und E-Wellen in allen Kombinationen. Die Next Board Produkte verbrauchen im Vergleich zu herkömmlichen Wellpappen weniger Energie- und Rohstoffe und reduzieren die CO2-Emissionen pro Tonne Wellpappe um durchschnittlich 26 % – und das bei gesteigerten Festigkeitswerten.

Effiziente Energieerzeugung

Einen möglichst niedrigen CO2-Ausstoß ermöglicht auch die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlage des Standorts. Hierbei wird Abwärme aus der eigenen Stromerzeugung je nach Bedarf entweder in einer Absorptionskältemaschine genutzt, um Kälte zu „produzieren“ oder die Wärme wird in den Heizkreislauf eingespeist. Das spart fossile Brennstoffe ein.
„Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer ressourcenschonenden und unabhängigen Energieversorgung“, erklärt Heindl. Der Hersteller von Wellpappenrohpapier und Wellpappformaten setzt an seinen Standorten bereits zahlreiche Maßnahmen für eine bessere Umweltbilanz um. Im deutschen Eisenhüttenstadt betreibt er beispielsweise ein Waste-to-Energy-Kraftwerk, das die angrenzende Papiermaschine komplett mit Dampf versorgt und außerdem Strom erzeugt. Dafür werden Reststoffe – die zum Teil aus der Papierproduktion selbst stammen – thermisch verwertet. Bis 2045 soll das Unternehmen komplett CO2-neutral sein.

Vollautomatisches Hochregallager

Teil des Werkes ist außerdem ein 32 m hohes, vollautomatisches Hochregallager mit mehr als 14.000 Stellplätzen und vier automatischen Regalbediengeräten. Es hat eine Kapazität von bis zu zwei Tagesproduktionen an Wellpappformaten und ermöglicht somit eine Just-in-time-Belieferung durch zeitliche Entkopplung zwischen der Herstellung der Wellpappe und der Verpackungsproduktion auf Kundenseite.

Nachhaltiger Verpackungspark

Davon profitiert auch Gatner Packaging: Der polnische Verpackungshersteller hat sich mit seinem Werk unmittelbar neben PW14 niedergelassen. Die beiden Unternehmen kooperieren bereits seit vielen Jahren am Standort Trzcinica miteinander, und nun auch in Stryków: Progroup schickt ihre Wellpappformate auf kurzem Wege an den Nachbarn, der sie direkt weiterverarbeiten kann, ohne dass LKW-Transporte notwendig sind. Durch die enge Verzahnung der Logistik- und Produktionsprozesse beider Unternehmen werden deutlich CO2-Emissionen und Frachtkosten eingespart. So ergibt sich ein äußerst nachhaltiger Verpackungspark.

PW14 ist zusammen mit PW07 und dem Werk PW10 in Trzcinica die dritte Produktionsstätte von Progroup in Polen – und das zwölfte Wellpappformatwerk des Familienunternehmens insgesamt.

Nachhaltige Verpackungen: der große Überblick

Grafik von Lebensmitteln im Supermarktregal
(Bild: sabelskaya - stock.adobe.com)

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