Hintergründe zur Studie „Der Verpackungsmarkt im Wandel: Trends und Implikationen“
„Ziel ist es, auch in Zukunft Weltmarktführer zu bleiben“
Wie bleibt der Verpackungsmaschinenbau wettbewerbsfähig? André Philipp von Ensign Advisory und Martin Buchwitz vom Packaging Valley geben Einblicke in die Studie zum Markt im Wandel – von Regulierung und KI bis zu strategischen Chancen für OEMs.
Philip BittermannPhilipBittermannEditor-in-Chief neue verpackung / Automation NEXT
3 min
Was ist für Verpackungsmaschinenbauer heute wichtig, um auch morgen wettbewerbsfähig zu bleiben? Ensign Advisory und Packaging Valley gingen dieser Frage in einer Studie nach.OpenAI
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Redaktion: Zu Beginn
vielleicht einmal ganz grundsätzlich: Warum hat das Packaging Valley die Studie
in Auftrag gegeben, und welchen strategischen Zweck verfolgt sie?
Martin Buchwitz, Geschäftsführer beim Packaging ValleyPackaging Valley
Martin Buchwitz: Wir haben als Packaging Valley beobachtet, dass Markt und
Managementthemen aufgrund der weltwirtschaftlichen Entwicklung und veränderter
Wettbewerbssituation an Bedeutung gewonnen haben. Daraufhin haben wir uns auf
den Weg gemacht, über konkrete Angebote nachzudenken. Dabei waren wir auch mit Ensign
Advisory in Kontakt, die uns dann angeboten haben, auf eine für uns als Verein
umsetzbare Weise eine Marktstudie Verpackungsmaschinenbau durchzuführen.
Basierend auf anonymisierten Interviews mit Vertretern der Mitgliedsunternehmen
und angereichert um allgemein zugängliche Marktinformationen.
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Redaktion: Wie stark
beeinflussen regulatorische Vorgaben wie die PPWR die strategische Ausrichtung
der OEMs?
André Philipp, Associate Partner bei Ensign AdvisoryEnsign Advisory
André Philipp: Regulatorische Vorgaben wie die PPWR sind bei den OEMs klar im
strategischen Fokus und setzen grundsätzlich wichtige Impulse für die
Ausrichtung ihrer Aktivitäten. Der aktuell wahrgenommene Handlungsdruck wird
jedoch überwiegend als moderat eingeschätzt, da hinsichtlich der konkreten
Ausgestaltung und praktischen Umsetzung noch Unsicherheiten bestehen.
Gleichzeitig bleibt die Wirtschaftlichkeit ein zentraler Entscheidungsfaktor:
Investitionen in nachhaltigere Lösungen werden vor allem dort priorisiert, wo
sie neben der Erfüllung regulatorischer Anforderungen auch einen klaren
ökonomischen Mehrwert bieten.
Zudem zeigen sich regional deutliche Unterschiede in der
Relevanz und Dynamik regulatorischer Vorgaben. Entsprechend wirken sich diese
derzeit eher differenziert auf die Strategien der OEMs aus, anstatt
flächendeckend disruptiv zu sein.
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Redaktion: Welche
technologischen Trends verändern aktuell die Verpackungsprozesse am
deutlichsten?
Philipp: Am deutlichsten verändern derzeit drei
Entwicklungen die Verpackungsprozesse: erstens KI-gestützte Automatisierung,
zweitens datenbasierte Vernetzung und drittens die zunehmende Standardisierung
und Modularisierung von Maschinen und Software.
KI und Automatisierung reduzieren insbesondere die
Abhängigkeit von fachlich hochqualifiziertem Bedienpersonal und wirken damit
dem Fachkräftemangel entgegen.
Datenbasierte Ansätze wie Predictive Maintenance oder KI-gestützte
Parametrierung erhöhen zudem die Prozessstabilität und helfen,
Stillstandszeiten zu reduzieren. Standardisierung und Modularisierung führen dazu,
dass Maschinen schneller angepasst, integriert und betrieben werden können.
Technologien wie automatische Formatverstellung, digitale Zwillinge und
Simulation tragen wesentlich dazu bei, Rüstzeiten und Engineering-Aufwände zu
reduzieren.
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Redaktion: Davon
abgeleitet: Wo sehen Sie die größten Chancen für OEMs?
Philipp: Die größten Chancen für OEMs liegen darin, die
zentralen Themenfelder Automatisierung, Digitalisierung und KI, Nachhaltigkeit
sowie internationale Wettbewerbsfähigkeit gezielt und proaktiv im Einklang mit
den eigenen Fähigkeiten und Ressourcen zu adressieren. Entscheidend ist dabei,
klare Prioritäten zu setzen und diese konsequent umzusetzen, insbesondere vor
dem Hintergrund eines zunehmend volatilen Umfelds.
Auf dieser Grundlage entsteht insbesondere im Servicebereich
erhebliches Potenzial. Standardisierte, modulare und datenfähige Maschinen
ermöglichen es, Lifecycle-Services, Upgrades oder Refurbishments systematisch
auszubauen und so zusätzliche, wiederkehrende Erlösquellen zu erschließen.
Gleichzeitig gewinnt Automatisierung weiter an Bedeutung.
Sie stellt einen zentralen Hebel dar, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, und ermöglicht
darüber hinaus eine nachhaltige Steigerung von Effizienz, Qualität und
Prozessstabilität.
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Redaktion: Welche
strategischen Prioritäten leitet Packaging Valley für die kommenden Jahre ab?
Buchwitz: Zunächst einmal ist festzustellen, dass die
Bedeutung von Kooperation und Zusammenarbeit und – das ist in diesem Maße neu,
auch das Verständnis dafür – in unserer Branche stark gestiegen sind. Das heißt
praktisch, dass Netzwerke wie das Packaging Valley an Bedeutung gewinnen.
Die Studienergebnisse sowie die Ergebnisse einer parallel
stattfindenden Mitgliederbefragung geben uns die notwendigen Informationen, um
das Packaging Valley strategisch so zu positionieren, dass wir den
Mitgliedsunternehmen Angebote schaffen können, die ihnen einen klaren Nutzen
bringen. Ziel ist es diese dabei zu unterstützen, auch in Zukunft
Weltmarktführer zu bleiben.
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Redaktion: Gab es bei
der Recherche oder in den Interviews überraschende Erkenntnisse, die so nicht
erwartet wurden?
Philipp: Überraschend war vor allem, dass die Dringlichkeit
der aktuellen Veränderungen nicht über alle Unternehmen hinweg gleichermaßen
wahrgenommen wird. Viele Gesprächspartner gehen weiterhin von grundsätzlich
robusten Geschäftsmodellen aus und sehen sich durch Spezialisierung und
Innovationskraft gut im Wettbewerb positioniert. Gleichzeitig zeigen die
Interviews, dass die zentralen Herausforderungen weniger in technologischen
Grenzen liegen, sondern vielmehr in organisatorischen und strukturellen Themen
wie Fachkräftemangel, Datenverfügbarkeit, Geschwindigkeit und fehlender
Standardisierung. Diese Faktoren werden häufig als die eigentlichen Engpässe
für Transformation und Skalierung wahrgenommen.
Redaktion: Was
erwarten Sie von der Packaging Machinery Conference, bei der die Ergebnisse
erstmals präsentiert werden?
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Buchwitz: Wir werden die Ergebnisse auf der PMC 2026 nicht
vollumfänglich präsentieren können, da die Studie erst im Laufe des Junis
abgeschlossen sein wird, werden aber doch schon sehr spannende Einblicke geben
können. Die Packaging Machinery Conference ist der richtige Platz für solch einen Sneak Peek, da dort viele Experten aus der Branche vor Ort sind. Wir
freuen uns schon sehr auf die durch die Präsentation entstehenden Diskussionen.
Die offizielle und vollumfängliche Präsentation findet im Rahmen des Packaging
Valley C-Level-Meetings am 21. Juli statt.
Wie bleibt der Verpackungsmaschinenbau wettbewerbsfähig?
Warum wurde die Studie zum Verpackungsmaschinenbau durchgeführt? — Ziel ist es, Marktveränderungen,
Herausforderungen und Chancen für die Branche besser zu verstehen und daraus
konkrete Unterstützungsangebote abzuleiten.
Welche Rolle spielt die PPWR für OEMs? — Die Regulierung beeinflusst die strategische
Ausrichtung der Unternehmen, wobei Wirtschaftlichkeit und praktische
Umsetzbarkeit zentrale Entscheidungsfaktoren bleiben.
Welche Technologietrends verändern die Branche? — Besonders prägend sind KI-gestützte
Automatisierung, datenbasierte Vernetzung sowie die Standardisierung und
Modularisierung von Maschinen.
Wo liegen die größten Chancen für OEMs? — Vor allem im Ausbau von Automatisierung,
Digitalisierung und datenbasierten Serviceangeboten rund um den gesamten
Maschinenlebenszyklus.
Was sind die wichtigsten Herausforderungen für die
Zukunft? — Als zentrale Engpässe gelten Fachkräftemangel,
Datenverfügbarkeit, fehlende Standardisierung sowie die Geschwindigkeit der
Transformation.